https://www.faz.net/-gyz-113ru

: Hamburger Kopf

  • Aktualisiert am

Eduard Bargheer (1901-1979) sei "der wichtigste Beitrag Hamburgs zur Malerei der Moderne", schreibt der Kunsthistoriker Volker Plagemann in seiner soeben erschienenen Biographie in der Reihe "Hamburger Köpfe". Tatsächlich hat es der in Finkenwerder geborene und in Blankenese gestorbene Bargheer bereits ...

          1 Min.

          Eduard Bargheer (1901-1979) sei "der wichtigste Beitrag Hamburgs zur Malerei der Moderne", schreibt der Kunsthistoriker Volker Plagemann in seiner soeben erschienenen Biographie in der Reihe "Hamburger Köpfe". Tatsächlich hat es der in Finkenwerder geborene und in Blankenese gestorbene Bargheer bereits in den 1950er Jahren mit seiner Präsenz auf zwei Biennalen in Venedig und der Documenta zu internationaler Anerkennung und großem kommerziellem Erfolg gebracht. Plagemanns mit vielen Fotos und Illustrationen ansprechend bebilderter Band schildert den Weg des gelernten Zeichenlehrers zum expressionistischen Hamburger Sezessionsstil. Was künstlerisch danach kam, hatte vor allem damit zu tun, dass der Künstler vor dem Nationalsozialismus nach Italien auswich und auch später immer wieder dorthin zurückkehrte. Lesenswert ist nicht zuletzt Bargheers hier erstmals ausgewerteter Briefwechsel mit seiner Hamburger Malerkollegin Gretchen Wohlwill, die ihn ab 1928 auf vielen Studienreisen begleitete. Der Austausch mit der dreiundzwanzig Jahre älteren Freundin jüdischer Herkunft gibt Auskunft über die Ausstrahlung der Hamburgischen Sezession, die sich im Mai 1933 als Künstlergruppe freiwillig auflöste, als sie ihre jüdischen Mitglieder ausschließen sollte. Seine weiten Elblandschaften füllte Bargheer mit mediterranem Licht. Im Laufe der Zeit entwickelte sich seine fließende, weiche Malerei zu einem Netzwerk von immer abstrakteren, poetischen Farbmosaiken, wie sie gerade an einer Auswahl aus seinem Schaffen in der Hamburger Kunsthalle zu studieren ist. Obwohl es Bargheer bis ins hohe Alter in den Süden zog, blieb die Elbe stets sein Lieblingsmotiv - "der große Strom mit seinen Gezeiten, der Ebbe und Flut, welcher mein Leben reich machte". (Volker Plagemann: "Eduard Bargheer". Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2008. 216 S., Abb., geb., 14,90 [Euro].) föls

          Weitere Themen

          Die Härten der Realpolitik

          TV-Kritik zu „Maybrit Illner“ : Die Härten der Realpolitik

          Der Einmarsch der Türkei in Syrien beherrscht die öffentliche und politische Debatte auch in Deutschland. „Wie machtlos ist Europa?“ fragte Maybrit Illner ihre Gäste und erhielt eine nüchterne Bestandsaufnahme der deutschen Außenpolitik.

          Wenn ein Mädchen einfach verschwindet

          Norwegische Literatur : Wenn ein Mädchen einfach verschwindet

          Ein Lichtstrahl aus dem Norden: Bei Guggolz erscheinen die norwegischen Klassiker „Das Eis-Schloss“ von Tarjej Vesaas und „Ein Flüchtling kreuzt seine Spur“ von Aksel Sandemose in neuer Übersetzung.

          Topmeldungen

          Deal mit Amerika : Ein Erfolg für Erdogan

          Die Verhandlungen des türkischen Staatspräsidenten mit dem amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence führen zu einer fünf Tage langen Waffenruhe. Wie hoch ist der Preis? Eine Analyse.

          Ukraine-Affäre : Stabschef Mulvaney bringt Trump in Erklärungsnot

          Der geschäftsführende Stabschef des Weißen Hauses sagt vor der Presse etwas, das er später zurücknimmt: Die amerikanische Regierung habe 400 Millionen Dollar Militärhilfe für die Ukraine zurückgehalten. Damit liefert Mulvaney den Demokraten eine Steilvorlage.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.