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: Die Farbe Weiß

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"Je enger unsere Beziehung zu Weiß wird, desto leuchtender wird unsere Welt und desto intensiver werden die Schatten." Der japanische Grafikdesigner Kenya Hara nennt die Farbe Weiß ein "Anzeichen", eine Nichtfarbe und Möglichkeit des Noch-nicht-Seins. Hara taucht mit Gedanken über "Leere und Weiß", Stille und Schlichtheit tief ein in die japanische Kultur.

          "Je enger unsere Beziehung zu Weiß wird, desto leuchtender wird unsere Welt und desto intensiver werden die Schatten." Der japanische Grafikdesigner Kenya Hara nennt die Farbe Weiß ein "Anzeichen", eine Nichtfarbe und Möglichkeit des Noch-nicht-Seins. Hara taucht mit Gedanken über "Leere und Weiß", Stille und Schlichtheit tief ein in die japanische Kultur. Unter der Hinsicht Weiß untersucht er die japanische Kunst und Ästhetik, Architektur und Raumgestaltung, er mustert Bücher und Gärten. Das "Weiße als Gefäß" entdeckt der Autor in den auf dem Papier basierenden Künsten wie Tuschmalerei und Kalligraphie, wo sich Reinschrift und Vollendung, aber auch eine Kunst des Auslassens und "Umarmung der Leere" äußern. Sodann wird die Farbe Weiß greifbar in der politischen und religiösen Symbolsprache von der Nationalflagge über die Schreinbauten des Schintoismus bis hin zur zenbuddhistischen Anlage des Teehauses, wo "das Weiße und die Spannkraft des Papiers" in Form der Papierschiebetüren (shôji) eine Rolle spielen. Hara stellt das Schlüsselkonzept itoshiroshiki, Klarheit, vor; in diesem Konzept steht das Weiße für Energie und Empfänglichkeit. Am Ende macht der Autor in der Farbe Weiß den "Kern der japanischen Ästhetik" fest. Unter dem Motto "Hin zum Weiß" erweitert Kenya Hara seine originelle japanische Farbenlehre auf nur scheinbar farbenferne Gebiete wie die japanische Alltagssemiologie, den Verhandlungsstil in Firmen oder Kreisverkehr. (Kenya Hara: "WEISS". Aus dem Japanischen von Anita Brockmann. Lars Müller Publishers, Baden, Schweiz 2010. 87 S., geb., 19,90 [Euro].) sg

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