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: Bücher zum Vorfreuen

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Ein besonderer Menschling.Es ist eine ganz besondere, frostklirrende Dezembernacht, als sich Schneehuhn, Rabe, Schaf, Waldmaus und das Käuzchen im tiefverschneiten Winterwald treffen. Am Himmel leuchtet ein strahlend blitzender Stern, und alles ist anders als sonst: stiller und friedlicher. Das ...

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          Ein besonderer Menschling.

          Es ist eine ganz besondere, frostklirrende Dezembernacht, als sich Schneehuhn, Rabe, Schaf, Waldmaus und das Käuzchen im tiefverschneiten Winterwald treffen. Am Himmel leuchtet ein strahlend blitzender Stern, und alles ist anders als sonst: stiller und friedlicher. Das kleine Waldmäuschen traut sich sogar in die Nähe des Kauzes, denn er macht keine Anstalten, es zu fangen. Schließlich ist heute ein besonderer Tag, der 24. Dezember. Beeindruckt hören die Tiere dem Käuzchen zu, wie es die Weihnachtsgeschichte erzählt. Mit ungläubigem Staunen erfahren sie von dem Menschling, der an diesem Tag geboren wurde, einem ganz besonderen Menschling, der nicht heimtückisch, nicht rachsüchtig, nicht gewalttätig und nicht tiermörderisch war. Und tatsächlich lernen sie an diesem besonderen Tag auch zwei gute und freundliche Vertreter der Menschen kennen.

          Die hintergründige, poetische und liebevoll erzählte Geschichte ist eine Einladung zum Philosophieren für Kinder. Passend zur Poesie des Textes lassen zarte, federleichte Aquarelle eine kälteklirrende Schneelandschaft entstehen. Beigelegt ist diesem Bilderbuch eine Tonfassung der Geschichte auf CD, erzählt von dem Schauspieler Gerd Haucke.

          Ute Blaich/Julie Litty: Der Stern. Neugebauer Verlag, 34 Mark, von 6 Jahren an.

          Wie man weihnachtelt.

          Der kleine Hase gehört zu den Tieren, die nicht wissen, was Weihnachten ist. "Wie weihnachtelt man?" fragt er deshalb die Eule. Die Eule überlegt nicht lange: "Weihnachten ist, wenn . . . wenn alle der Eule ein Geschenk bringen. Und dann ist da noch der Weihnachtsbaum, ein Baum, der glitzert und leuchtet." Der kleine freundliche Hase und seine Freunde Eichhörnchen, Specht und Maus stürzen sich mit Begeisterung in Weihnachtsvorbereitungen.

          Jeder hat eine tolle Geschenkidee für Eule. Doch Geschenke basteln ist gar nicht so einfach. Der Kreisel, den Eichhörnchen aus Tannenzapfen genagt hatte, zerbricht. Hase tröstet ihn und schenkt ihm dafür die Kette aus Glückssteinen, die er selbst für Eule gemacht hat. Mit seinen spitzen Zähnen nagt er einen neuen Kreisel. Der Specht verliert die selbstgebastelte Flöte, zum Trost schenkt ihm das Eichhörnchen seinen Tannenzapfenkreisel. Die Maus ist untröstlich: ihr Appetit war so groß, daß sie das Körnerbild für Eule aufgefressen hat. Ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch mit eindrucksvollen Illustrationen über den Sinn des Schenkens und die Erfahrung, wie schön es sein kann, anderen eine Freude zu bereiten.

          Lorenz Pauli/Katrin Schärer: Wie weihnachtelt man? Verlag Sauerländer, 24,95 Mark, von 4 Jahren an.

          Luna sucht Geschenke aus.

          Wer kennt ihn nicht, den kleinen Hund Flocki, der in dem Weihnachtsklassiker "Mein 24. Dezember" erstaunt und irritiert das merkwürdige Treiben der Menschen an diesem besonderen Tag beobachtet. Jo Pestum hat die Idee aufgegriffen und läßt in seiner Geschichte die Katze Luna ähnliche Erfahrungen machen: Auch Luna verfolgt fassungslos das eigentümliche Verhalten ihrer Familienmitglieder. Unter "ihren" Menschen bricht in der Vorweihnachtszeit immer große Hektik aus: So streiten sich die Eltern recht häufig und haben ganz unterschiedliche Vorstellungen von den Wünschen und Vorlieben ihrer drei Kinder. Leider wird Luna nicht gefragt, dabei könnte sie ihnen durchaus weiterhelfen, denn auch eine Katze macht sich so ihre Gedanken über das, was Kinder und Erwachsene brauchen könnten. Um den Kindern und auch dem Großvater zu den richtigen Geschenken zu verhelfen, über die sie sich auch freuen werden, muß Luna aktiv eingreifen und dabei zunächst einmal Überflüssiges verschwinden lassen. Bis zur Bescherung passiert viel in dieser turbulenten Weihnachtskomödie voller Slapstick-Einlagen und Situationskomik. Aufmerksame Leser können auch Flocki entdecken, der in dieser Geschichte eine ganz kleine Nebenrolle spielt.

          Jo Pestum: Weihnachten auf sanften Pfoten. Arena Verlag, 19,80 Mark, von 8 Jahren an.

          Rezepte zum Überwintern.

          Das "große Winter-Weihnachtsbuch" ist ein Hausbuch im besten Sinne und eine reiche Fundgrube für lange, gemütliche Winterabende. Gedichte, Lieder und Geschichten sind hier versammelt, traditionell und modern, alt bekannt und fast vergessen, aber auch neu und überraschend. Sie handeln von Herbst und Winter und natürlich vor allem von Weihnachten. "Eine Art Rezeptbuch zum Überwintern soll dieses Winter- und Weihnachtsbuch sein", steht im Vorwort. Erwachsene werden sich beim Lesen erinnern, dabei aber auch wie die Kinder Neues entdecken. Vertrautes erscheint in neuem Licht, denn dafür sorgen die originellen fröhlichen Illustrationen von Rotraud Susanne Berner. Sie geben dieser Anthologie einen ganz besonderen Charakter.

          Rotraud Susanne Berner: Apfel, Nuß und Schneeballschlacht. Das große Winter-Weihnachtsbuch. Geschichten, Lieder und Gedichte. Gerstenberg Verlag, 39,80 Mark.

          Adventkalender in Buchform.

          Einen Adventkalender in Buchform hat Sophie Härtling zusammengestellt. Für jeden Tag im Dezember findet man eine neue Weihnachtsgeschichte zum Vor- oder Selberlesen. Diese Textsammlung präsentiert eine vielfältige Auswahl und dabei eine gelungene Mischung von bekannten und bewährten Texten und neuen Entdeckungen. Märchen wie "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern" und moderne Klassiker der Kinderliteratur von Selma Lagerlöf, Astrid Lindgren, James Krüss und Janosch sind ebenso vertreten wie neue Texte zeitgenössischer Autorinnen und Autoren wie Kirsten Boie, Renate Welsh, Erwin Moser und andere. Katrin Engelkings fröhliche Illustrationen fangen die Atmosphäre der Texte ein und tragen dazu bei, daß neben dem Lese- oder Hörvergnügen auch das Betrachten zum Erlebnis wird.

          Sophie Härtling: 24 Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen. Fischer, 24,45 Mark.

          Der Traum vom Schnee.

          Es ist kurz vor Weihnachten, und noch immer ist kein Schnee gefallen. Während der alte Bauer darüber nachdenkt, schläft er in seinem Lehnstuhl ein. Er träumt von herabfallenden Schneeflocken, die alles bedecken, auch seine fünf Tiere mit den ungewöhnlichen Namen Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf. Als er aufwacht, sieht er, daß es tatsächlich geschneit hat. Beinahe hätte er Weihnachten verschlafen.

          Eric Carle, der Erfinder der kleinen Raupe Nimmersatt, hat ein plakatives, farbenfrohes Weihnachtsbilderbuch gestaltet und spielt dabei mit den unterschiedlichsten Überraschungseffekten: Schneefolien lassen sich wegklappen und geben den Blick frei auf die Akteure, Glitzereffekte lassen den geschmückten Weihnachtsbaum auf sehr amerikanische Art bunt erstrahlen.

          Eric Carle: Traumschnee. Gerstenberg Verlag, 44 Mark, von 3 Jahren an.

          Die Fabel vom weißen Wolf.

          "Es war einmal ein weißer Wolf. Seine Eltern hatten gedacht, er würde graubraun werden wie sie selbst, aber als er auf die Welt kam, war er von Kopf bis Fuß weiß." Wie ein klassisches Märchen beginnt die Geschichte vom weißen Wolf, den seine Eltern nicht wollten und einfach seinem Schicksal überließen, weil er nicht so war wie sie. Er wächst heran und schlägt sich allein durch, bis er eines Tages zum ersten Mal einem Artgenossen gegenübersteht: einem schwarzen Wolf. Mißtrauisch beschnuppern sich die beiden ungleichen Wesen, und jeder von ihnen ist überzeugt, daß seine Farbe die schönere und wahre ist. Doch beide haben aber auch Mitleid mit dem jeweils anderen, der schließlich nichts dafür kann, daß er so häßlich ist. Ganz behutsam nehmen sie Kontakt miteinander auf. Als der schwarze Wolf den weißen nach seinem Namen fragt, wird diesem schlagartig klar, wie einsam er ist. Niemand hat ihm jemals einen Namen gegeben. Er muß weinen, und der schwarze Wolf läuft bestürzt weg - wie konnte er nur so unsensibel sein! Einen ganzen Winter lang verlieren sich die beiden Wölfe aus den Augen, der weiße Wolf muß immer an den anderen denken und sucht ihn überall. Irgendwann im Frühling hört er, wie ihn jemand ruft: "Schnee!" Der schwarze Wolf hat ihm diesen Namen gegeben. Beide sind glücklich zu sehen, daß der andere sich über das Wiedersehen freut.

          Grégoire Soltareff hat eine wunderbare Fabel geschrieben über Einsamkeit, Anderssein, Selbstfindung und über die Suche nach Wärme und Freundschaft. Daß die beiden ungleichen Wölfe dabei so behutsam mit den Gefühlen des anderen umgehen, gibt der Geschichte eine besondere Qualität und macht sie zu einem Plädoyer für Sensibilität, Mitgefühl, Respekt vor dem anderen und Toleranz.

          Grégoire Soltareff/Olga Lecaye: Schneewolf. Moritz Verlag, 25,03 Mark, von 5 Jahren an.

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