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: Bilderketten

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Längst wissen wir, dass nicht nur Künstler, Schriftsteller und Grafikdesigner, sondern auch Philosophen, Soziologen und Historiker mit überraschenden Gegenüberstellungen von Wort und Bild spielen: als Redner im Lichtschein der Diaprojektion, als Gestalter des Layouts ihrer Bücher oder in selbstgezeichneten Diagrammen und allzu selten auch in Karikaturen ihrer Forschungsgegenstände.

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          Längst wissen wir, dass nicht nur Künstler, Schriftsteller und Grafikdesigner, sondern auch Philosophen, Soziologen und Historiker mit überraschenden Gegenüberstellungen von Wort und Bild spielen: als Redner im Lichtschein der Diaprojektion, als Gestalter des Layouts ihrer Bücher oder in selbstgezeichneten Diagrammen und allzu selten auch in Karikaturen ihrer Forschungsgegenstände. Der Band "Ideengeschichte der Bildwissenschaft" versammelt eine Reihe von Aufsätzen, die einen Einblick in die Bildwerkstatt von Ludwig Justi, Ernst Kantorowicz und Henri Focillon, von Roland Barthes, Pierre Bourdieu und zwölf weiteren Autoren bieten. Die Ideengeschichte, die hier vertreten wird, ist antiquarisch. Sie nimmt sich der Bilder auf Papier an, also jenes Mediums, das immer weniger zum Arbeitsalltag der Geistes- und Sozialwissenschaften gehört. Im Rückblick auf das materielle Erbe der modernen Gelehrsamkeit gewinnt jedes Bild, das sich im Nachlass eines Denkers findet, Anteil an dessen Werk. Das Sammeln von Porträtfotografien berühmter Philosophen und anderer Figuren des öffentlichen Lebens, wie es Hans Blumenberg tat, deutet auf den Autor einer Anthropologie hin, in deren Zentrum die Sichtbarkeit des Menschen steht. Bilder können vieles, aber zusammenhangslos können sie nicht sein, lautet das Credo dieser Ideengeschichte. Nur der Beitrag zu Carl Schmitt hält dagegen und setzt auf falsche Anschlüsse zwischen Bild und Text. Als Illustrationen sind ihm fünf Abbildungen aus Grandvilles Naturgeschichte beigefügt, die mit Schmitt nicht weniger, aber auch nicht mehr verbindet, als dass er sie besaß. ("Ideengeschichte der Bildwissenschaft". Siebzehn Porträts. Herausgegeben von Jörg Probst und Jost Philipp Klenner. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009. 387 S., br., 14,- [Euro].) rubl

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