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Kunstauktionen in Wien : Warten auf Weihnachten

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Chaim Soutine, „La femme en rougeau fond bleu“, 1928, 75 mal 55 Zentimeter, Taxe 1,5/2,5 Mio. Euro im Dorotheum. Bild: Dorotheum

Im Dorotheum und bei Kinsky kommt alte und neue Kunst zum Aufruf. Von Jan Brueghel bis zu Christo reicht das adventliche Angebot.

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          In den Wiener Auktionshäusern Dorotheum und Kinsky herrscht vor Weihnachten Hochbetrieb. Der aktuelle Lockdown in Österreich bedeutet für den Branchenführer in der Dorotheergasse aber keinen Mehraufwand, denn Live-Streams der Hauptauktionen wurden bereits vor der Pandemie eingeführt. Bei den Auktionstagen vom 24. bis 26. November gehen klassische Moderne und Zeitgenossen an den Start.

          Das Spitzenlos stellt das Ölbild „La femme en rouge au fond bleu“ dar, das Chaim Soutine 1928 in Paris gemalt hat. Der weißrussisch-jüdische Künstler wurde für seine expressiven Porträts und seine Stillleben von Ochsenkadavern bekannt. Im vorliegenden Bild verlieh er dem Kleid der Dargestellten durch klatschmohnfarbene Impasto Leuchtkraft. Das 75 mal 55 Zentimeter große Gemälde wechselte zuletzt 1985 in New York den Besitzer; in Wien werden 1,5 bis 2,5 Millionen Euro dafür erwartet. Soutines Landsmann Marc Chagall feierte in Bildern wie der vorliegenden Papierarbeit „Les Paysans“ das Schtetl. Die nächtliche Szene von 1964 vereint auf symbolträchtige Weise Figuren wie Bäuerin, Mutter und Greis (170.000/220.000). Mit wenigen Linien kommt hingegen die Tuschezeichnung „Tête de jeune fille“ von Henri Matisse aus dem Jahr 1950 aus (180.000/240.000).

          Olga Wisinger-Florian, „Hortensien (aus Grafenegg)“, 1901, Öl auf Leinwand; 122 x 151 Zentimeter, Taxe 350.000/700.000 Euro im Kinsky. Bilderstrecke
          Auktionen in Wien : Warten auf Weihnachten

          Auf die Zeit, als der junge Gustav Klimt noch Ringstraßenpalais ausgestaltete, geht sein Ölbild „Altar des Dionysos“ zurück. Dabei handelt es sich um die 1886 entstandene Studie für ein Tympanon des damals neu errichteten Wiener Burgtheaters. Die 32 mal 158 Zentimeter große Szenerie stellt nackte Jüngerinnen des antiken Weingotts dar. Für die mit 190.000 bis 300.000 Euro taxierte Malerei wurden bereits zwei Ausstellungsleihverträge abgeschlossen. Der Klimt zählt ebenso zu den Einbringungen der Bank-Austria-Kunstsammlung wie Oskar Kokoschkas Gemälde „Amor und Psyche“ von 1955. Das Großformat, das 2019 in einer Kokoschka-Retrospektive des Leopold Museums ausgestellt war, entstand als Studie für ein Deckengemälde für des Malers Londoner Haus und diente auch als Vorlage für eine Tapisserie. Diese mythologische Szene wurde mit 300.000 bis 500.000 Euro bewertet. Die Antike klingt in Giorgio de Chiricos metaphysischem Bild „Piazza d’Italia“ an, das von Ende der vierziger Jahre stammt (140.000/180.000).

          Die italienische Kunst dominiert auch in der Offerte zeitgenössischer Kunst. Den Auftakt machen dort Lucio Fontanas Keramikbild aus den fünfziger Jahren und eine seiner gefragten Leinwände mit Schnitt. Das glasierte Wandrelief stellt die Kreuzabnahme Christi dar (200.000/300.000). Das geschlitzte „Concetto Spaziale“ in Blitzblau mit Entstehungszeit 1967/68 wurde auf 400.000 bis 600.000 Euro geschätzt. Mit seinen strukturierten Leinwänden kam Enrico Castellani in Wien stets gut an. Die beiden nun eingelieferten Versionen seiner weißen „Superficie“ wurden mit 130.000 bis 180.000 Euro und 100.000 bis 150.000 Euro bewertet. Während Castellani die Nägel unterhalb der Leinwände anbrachte, lebt Günther Ueckers Skulptur „Head“ von den Eisenstiften, die er in eine sechzig Zentimeter hohe Holzfigur gehämmert hat. Die um 1955 entstandene Skulptur soll 300.000 bis 400.000 Euro einspielen. Den Katalog der Zeitgenossen schmückt Arte Povera. Jannis Kounellis’ 2 mal 3,6 Meter große Wandarbeit ist mit Blei überzogen und trägt ein Dutzend kokonhafter Formen, die Kohlestücke umschließen (250.000/350.000).

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