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Kunst der Gegenwart in London : Ohne Francis Bacon geht gar nichts

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In der nächsten Woche sind in London die Zeitgenossen an der Reihe bei Christie’s, Sotheby’s und Phillips. Manche alte Bekannte sind darunter – etwa Chris Ofilis Skandalbild „The Holy Virgin Mary“. Hier die Vorschau

          Kaum sind die rekordbrechenden Mai-Auktionen in New York vorbei, steht schon wieder ein volles Gegenwartskunstprogramm in London an. Sotheby’s erwartet für die 59 Lose des Abendtermins am 1. Juli mit 140 bis 203 Millionen Pfund den bislang höchsten Umsatz für eine Zeitgenossen-Auktion in London: Eine klare Herausforderung an Christie’s, das seit Juni 2012 mit 132,8 Millionen Pfund diesen Rekord in London hält. Christie’s bietet am 30. Juni insgesamt 76 Lose am Abend auf, die 82 bis 117 Millionen Pfund einspielen sollen. Der Durchschnittspreis pro Los liegt damit bei Sotheby’s deutlich höher, da offensichtlich die meisten der teuersten Werke, die Christie’s für das erste Halbjahr akquirieren konnte, bereits in New York unter den Hammer gekommen sind: Die New Yorker Abendauktion von Christie’s spielte die Rekordsumme von umgerechnet 419,7 Millionen Pfund ein. Sotheby’s blieb dahinter zurück mit 243,7 Millionen Pfund und will in London davonpreschen.

          Das Auktionshaus Phillips macht am 29. Juni den Anfang, und hier wiederholt sich Geschichte: Wie im vergangenen Februar führt eine Version von Ai Weiweis zwölf Tierköpfen „Circle of Animals / Zodiac Heads“ (Taxe 3/5 Millionen Pfund) aus dem Jahr 2010 die Auktion an, diesmal aus unpolierter Bronze (Edition 6 + 2 AP). Bruce Nauman, Warhol, Polke und Raqib Shaw stellen die restlichen Lose oberhalb der Eine-Million-Grenze. Phillips erwartet für die 53 Lose des Abends einen Umsatz von siebzehn bis 27 Millionen Pfund; zusammen mit der Tagauktion sollen 22 bis 34 Millionen Pfund erzielt werden. Unterdessen hat Simon de Pury, bis Anfang 2012 noch Chairman und Star-Auktionator des vormals unter dem Namen PhillipsdePury geführten Hauses, sein neues Projekt angekündigt: eine Online-Auktionsplattform, die sich auf Single Owner Sales spezialisiert. Sein erster Coup wird die Versteigerung von 400 Werken der belgischen Sammlung Lambert.

          Christie’s setzt zum Sommer auf Farbe, ob es Morris Louis’ bunte Pinselstriche, aufgereiht wie Buntstifte in einer Schachtel, auf dem Bild „Number36“ (500.000/700.000) aus der britischen Sammlung von Lord und Lady Jacobs sind oder Yves Kleins feurige Farbexplosionen in „Peinture de feu sans titre (FC 27)“, deren Preis – „in the region of“ fünf Millionen Pfund – nur auf Anfrage bekanntgegeben wird; es ist eine rare, besonders große und marktfrische Arbeit aus Kleins Todesjahr 1962. Ein weiterer Schwerpunkt des Abends sind Landschaften: Die beiden Arbeiter in „Two Men in a Field“ (7/10 Millionen) von Francis Bacon, entstanden 1971, dem Jahr seiner wichtigen Retrospektive im Grand Palais in Paris, scheinen im Rhythmus ein Feld zu beackern. Unbewegte Stille liegt dagegen über Gerhard Richters sonnigen „Bäumen im Feld“ (4/6Millionen), gemalt 1988, die zuletzt in der Verkaufsausstellung „Polke/Richter, Richter/Polke“ bei Christie’s in der Bond Street zu sehen waren; nun weist ein Vermerk im Katalog darauf hin, dass Christie’s dieses Los ganz oder zum Teil besitzt.

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