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Kunst bei Lempertz : Die Aufteilung der Welt

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Eine argwöhnische Sphinx und ein Blumenkasten mit Kaktus: Vorschau auf Moderne und Zeitgenossen bei Lempertz in Köln.

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          Argwöhnisch blickt das Mischwesen aus Mensch und Tier mit totenkopfähnlichem Schädel und Fackel zwischen den Vorderläufen den Betrachter an. Maria Lassnigs 1985 entstandenes Ölgemälde „Der Tod ist eine Sphinx“ misst hundert mal 115 Zentimeter und kommt für 180.000 bis 200.000 Euro am 19. Juni beim „Evening Sale“ von Lempertz in Köln unter den Hammer. Das Haus hat seine Veranstaltungen mit Moderne und Zeitgenossen neu strukturiert: Die Abteilungen werden zusammen auktioniert, eingeteilt in den „Day Sale“, der am 20. Juni stattfindet, und eben den „Evening Sale“ mit 101 Losen.

          Die Abend-Offerte wird preislich angeführt von Lyonel Feiningers „Stillleben auf blauem Tisch“ aus dem Jahr 1911 mit einer Taxe von 400.000 bis 600.000 Euro, dicht gefolgt von Pablo Picassos 1906 entstandener, großformatiger Graphitzeichnung auf Bütten „Deux femmes nues se tenant“ für erwartete 400.000 bis 500.000 Euro. Juan Gris’ kubistisches Arrangement „Raisins, carafe et livre“ von 1922 soll 300.000 bis 350.000 Euro einspielen. Während August Macke 1912 einen „Blumenkasten mit Kaktus“ auf 71 mal siebzig Zentimeter bannte (Taxe 220.000 bis 250.000 Euro), waren es zwanzig Jahre später die „Dahlien“, denen Alexej von Jawlensky ein Ölbild widmete (140.000/160.000). Von Paula Modersohn-Becker kommt das düstere Gemälde „Kinder zwischen Birkenstämmen“, das 1902, kurz nach ihrer Hochzeit mit Otto Modersohn, entstand (180.000/220.000). Modersohn hielt auf einer Doppelansicht 1913 seine dritte Ehefrau, die Sängerin Louise Modersohn-Breling, fest; verso findet sich die 1923 von ihm gemalte Landschaft „Herbst am Moorkanal“ (40.000/60.000).

          Robert Indiana fertigte 1980 den Entwurf für seine mehrfarbige, knapp zwei Meter hohe Aluminiumskulptur „Six“ an; erst 2001 wurde sie ausgeführt. Die marktfrische Riesenzahl (Auflage 6+2 AP) geht mit einer Schätzung von 200.000 bis 230.000 Euro an den Start. Ebenfalls überdimensional ist das 2012 entstandene Ölgemälde „Schliss“ von Jonas Burgert; auf 2,5 mal 3,5 Metern tummeln sich zahlreiche Gestalten und versprühen eine gespenstische Atmosphäre (200.000/250.000). Großformatig geht es auch bei Andreas Gurskys Fotografie zu: Das marktfrisch aus einer deutschen Unternehmenssammlung kommende Unikat „Heidelberg Ost“ zeigt den weiten nächtlichen Sternhimmel über der beleuchteten Stadt (100.000/120.000). Von Horst Antes kommen drei Gemälde zum Aufruf, die sich ursprünglich in der Sammlung des deutschen Bildhauers Emil Cimiotti befanden, darunter die beiden farbenprächtigen Werke „Mit Figur“von 1963 (80.000/100.000) und „Kopf für Emilio“ (60.000/80.000). Und Marcel Broodthaers teilt die Welt in seiner neunteiligen Reihe aus dem Jahr 1973 unter Kant, Goethe, Beethoven, Hegel, Hölderlin, Marx und Nietzsche auf (200.000/250.000). Evening Sale und Day Sale sollen zusammen 8,1 Millionen Euro einspielen.

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