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Rekordverkauf bei Christie’s : Siebzig Millionen Dollar für eine Datei

Teure Daten: Beeples Collage „Everydays – The First 5000 Days“, NFT, 21.069 mal 21.069 Pixel Bild: Reuters

Ist das der Durchbruch für die Krypto-Kunst? Das Auktionshaus Christie’s versteigert mit Beeples „Everydays“-Collage erstmals ein rein digitales Werk, das in einer Blockchain abgelegt ist – und das zu einem atemberaubenden Preis.

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          Fast siebzig Millionen Dollar für eine verschlüsselte Datei, die zu einer Collage vereint, Bilder enthält, die allesamt schon im Internet veröffentlicht wurden: Mit der Versteigerung des rein digitalen Kunstwerks „Everydays: The First 5000 Days“ von Beeple hat das Auktionshaus Christie's in New York dem boomenden Geschäft mit der Kryptokunst weiteren Auftrieb gegeben. Die zweiwöchige Online-Versteigerung in Kooperation mit Makersplace, einem Marktplatz für digitale Kunst, katapultierte das 21.069 mal 21.069 Pixel messende Werk, das mit „Schätzwert: unbekannt“ taxiert war, von zuerst hundert Dollar in schwindelerregende Höhen.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Damit übertrifft der Digitalkünstler Mike Winkelmann alias Beeple, der seit Jahren täglich ein Bild kreiert und auf Instagram in seinem fortlaufenden „Everydays“-Projekt publiziert, die Verkaufserfolge, die er zuvor gefeiert hatte, um ein Vielfaches. Zuletzt war seine zehnsekündige Videoarbeit „Crossroads“, in der er die Wahlniederlage Donald Trumps persiflierte, auf der Onlineplattform Nifty Gateway für 6,6 Millionen Dollar versteigert worden.

          Möglich gemacht hat eine solch exorbitante Wertsteigerung von digitalen Werken, die normalerweise problemlos kopierbar und damit schwerlich als „Originale“ zu schützen oder zu verkaufen sind, die Blockchain-Technologie, die auch hinter Kryptowährungen steht. Als NFTs, „non-fungible tokens“, werden Kunstwerke im Dateiformat dort zur Handels- und Spekulationsware, weil sie weder zu kopieren noch zu fälschen sind. NFTs sind einmalig wie sonst nur physische Originale.

          Dass nun nach 353 abgegebenen Geboten der Hammer bei 60,25 Millionen Dollar fiel und der Käufer mit Aufgeld 69.346.250 Millionen für ein Jpg mit einer Datenmenge von 319 Megabyte zahlte, deren Eigentümerschaft in der Ethereum-Blockchain dauerhaft vermerkt bleibt, ist ein Meilenstein. Die Spekulationswut um die NFT-Werke wird dieser Verkauf weiter befeuern. Die Kryptokunstblase wird immer größer.

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