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Schopmann ist insolvent : Ärmel hochkrempeln in Hamburg

  • -Aktualisiert am

Das Hamburger Auktionshaus Schopmann hat Insolvenz angemeldet. Die GmbH konnte die Einlieferer der letzten Auktion nicht mehr bezahlen.

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          Das Hamburger Auktionshaus Schopmann, prominent im Erdgeschoss des Pressehauses beheimatet, ist eine Institution: Gegründet 1823 vom Schankwirt Wilhelm Heinrich Schopmann in Stade, fünf Jahre später nach Hamburg umgesiedelt, blieb es als Auktionator ganzer Schiffsladungen und später von Möbeln und Hausrat bis zum Jahr 1980 in Familienbesitz. Bekannt wurde es durch die vielbeachteten Nachlassauflösungen von Hamburger Lieblingen wie Inge Meysel und Evelyn Hamann und durch ein solides Angebot von Kunst und Antiquitäten.

          Hohe Verbindlichkeiten schon im Jahr 2008

          Im Jahr 2000 wurde das Haus, das bisher als Personengesellschaft betrieben wurde, in die Kapitalgesellschaft „Schopmann GmbH“ überführt. Und 2008 dann verkaufte Lars Axendorf das Auktionshaus mit, wie jetzt zu hören ist, hohen Verbindlichkeiten an die Unternehmerin Silvia Wanagat, die sich mit Enthusiasmus und mit der Unterstützung der Angestellten an die Sanierung der Finanzen, an Kostensenkung und die Rationalisierung der Arbeitsabläufe machte.

          Genützt hat das in diesen Jahren der allgemeinen Wirtschaftskrise scheinbar wenig: In der vergangenen Woche musste das Haus Insolvenz anmelden, nachdem die etwa 1300 Einlieferer der vergangenen Auktion nicht mehr ausgezahlt werden konnten. Zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Jan Wilhelm sollen jetzt, so Silvia Wanagat im Gespräch mit dieser Zeitung, „die Ärmel hochgekrempelt“ werden - um das Haus zu erhalten und am Katalog für die nächste Auktion zu arbeiten.

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