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Kunstmessen : Art Cologne erwägt neuen Termin und eine Art Mallorca

  • -Aktualisiert am

Gérard Goodrow stellt die Verlegung des traditionellen Termins der Art Cologne im Spätherbst zur Debatte und plädiert für einen Termin im Frühling. Außerdem könnte es bald einen Ableger der Kunstmesse auf Mallorca geben, Gespräche mit der Messegesellschaft auf der Insel werden bereits geführt.

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          Der Termin steht im Kalender wie ein Monolith - in jedem Spätherbst reist die Szene zur „Mutter aller Messen“, seit beinah vierzig Jahren. Mit dem Kölner Kunstmarkt fängt der Winter an, das war so unverrückbar wie die Jahreszeit selbst.

          Doch die Art Cologne will keine alte Dame sein; sie zeigt sich beweglich, blickt in den Kalender - und sieht, daß der Traditionstermin Ende Oktober bis Anfang November von anderen umzingelt ist: vom Berliner Art Forum, das die deutsche Saison im September eröffnet, von der Fiac in Paris und, aktuell gefährlich, von der angesagten Londoner Frieze Art Fair. Die baute 2005 nur wenige Tage vor der Preview in Köln ihr Zelt im Londoner Regent's Park; die Galeristen für zeitgenössische Kunst waren fast gezwungen, sich zwischen London und Köln zu entscheiden.

          Auch das Finale im Jahr hat die älteste und größte deutsche Kunstmesse verloren; denn die internationalen Sammler warten auf den Dezember, wenn die Art Basel Miami Beach als Ereignis ansteht. „Der Klügere gibt nach“, sagt Gérard Goodrow, künstlerischer Direktor der Art Cologne, und setzt eine Diskussion über den Termin auf die Agenda: Bis zum Juni möchte Goodrow mit dem Zulassungsausschuß, den Verbänden und „Top-Galeristen wie Jablonka, Karsten Greve oder Michael Werner“ über eine Verlegung sprechen.

          Denkbar wäre ein Tausch mit der „Cologne Fine Arts“, der einstigen Westdeutschen Kunstmesse, die im Februar stattfindet - „noch lieber wäre mir persönlich jedoch der April“. Die Cologne Fine Arts für ihr Teil wäre so der übermächtigen Konkurrenz seitens der „European Fine Art Fair (Tefaf)“ in Maastricht etwas weiter entrückt - und bei der Aufzählung aller Vorteile, die ein Frühlingstermin für die Art Cologne hätte, fallen dem Direktor sogar das wärmere Wetter und die längeren Abende ein.

          Es könnte sogar noch ein bißchen heißer werden: Denn die Art Cologne denkt auch über einen Ableger nach. Was Sam Keller mit seiner Art Basel in Florida gelungen ist, nämlich die Kunst an den Strand der Superreichen reisen zu lassen, könnte Köln auf den Balearen kopieren - als Art Mallorca unter Palmen. Jedenfalls sind die Kölner derzeit Berater der Messegesellschaft auf der Ferieninsel, die im Jahr 2007 in neue Hallen einzieht: „Palma als Stadt des hochkarätigen und intelligenten Luxus wäre ein spannender Ort“, sagt Gérard Goodrow, „es gibt eine gute Szene, Museen und aktive Stiftungen. Wir sind im Gespräch.“

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