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Glückliches Ende für ein Bild : Was zusammengehört

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Ein Gemälde, zwei Besitzer: Seit vielen Jahren sind die zwei Teile von Jan Steens „Hochzeit von Tobias und Sara“ wieder zusammengefügt. Weniger einfach war es, die Ansprüche beider Seiten unter einen Hut zu bringen: das Ende eines Rechtsstreits.

          Marei von Saher, die alleinige Erbin des niederländischen Kunsthändlers Jacques Goudstikker, hat sich mit der Stadt Den Haag in einer mehrjährigen Streitsache geeinigt, vermeldet ihr New Yorker Anwalt Lawrence Kaye. Goudstikker war 1940 auf der Flucht vor den Nationalsozialisten auf einem Schiff nach England tödlich verunglückt. Er hatte rund 1400 Kunstwerke hauptsächlich Alter Meister zurückgelassen, bei denen sich unter anderem Reichsmarschall Hermann Göring bediente und die dann im Lauf des Kriegs zerstreut wurden. Nach dem Krieg konnten die Alliierten eine Reihe der Werke mit Goudstikker-Provenienz identifizieren und sie der niederländischen Regierung übergeben, die sie wiederum auf verschiedene Museen verteilte.

          Darunter war auch ein Fragment von Jan Steens "Hochzeit von Tobias und Sara" aus der Zeit um 1660. Erst 2006, zehn Jahre nach dem Tod von Goudstikkers Witwe und seinem einzigen Sohn, restituierten die Niederlande rund 200 Werke an die Schwiegertochter, Marei von Saher. Aus diesem Kontingent wurde kurz darauf eine (mittelmäßig erfolgreiche) Auktion bei Christie's bestückt sowie eine Wanderausstellung mit Highlights von Salomon Ruysdael und Jan van Goyen, die unter anderem im Bruce Museum in Connecticut und im Jewish Museum in New York Station machte. Die Restitution des Jan-Steen-Fragments gestaltete sich allerdings besonders schwierig. Es ist ein kurioses Motiv: Saras sieben frühere Gatten haben die Hochzeitsnacht nicht überlebt. Jetzt rettet der Erzengel Raphael den frischverheirateten Tobias, Patron der Pilger, Reisenden und Augenleidenden, indem er den teuflischen Dämon mit einem Räucherzauber besiegt.

          Dem Testament ist Folge zu leisten

          Das Werk war vor langer Zeit auseinandergeschnitten worden. Der Kunsthistoriker Abraham Bredius vermachte 1946 seine, etwas kleinere Hälfte mit der Darstellung des Erzengels an der qualmenden Feuerstelle der Stadt Den Haag, mit der Bedingung, dass sie dort immer im Bredius-Museum, seinem ehemaligen Wohnhaus, ausgestellt sein müsse. Schon vor Jahrzehnten wurde die andere Hälfte aus der Sammlung Goudstikker, die das Brautpaar mit einer Engelsschar vor dem Hochzeitsbett kniend darstellt, als Fragment desselben Bilds identifiziert und 1996 mit einer aufwendigen Restaurierung wieder angefügt. Nachdem 2006 die Restitution entschieden war, versuchte das Museum zunächst erfolglos, Geld für den Kauf der Goudstikker-Seite aufzutreiben. Dann gab es den umgekehrten Versuch, nämlich den Bredius-Teil an Marei von Saher zu verkaufen.

          Doch schließlich entschied ein Gericht in Den Haag, dass Bredius' Testament Folge geleistet werden müsse: Seine Hälfte darf das Museum nicht verlassen. Glücklicherweise gab es keine ernsthaften Stimmen, die das Bild wieder hätten auseinanderschneiden wollen. Nun hat sich die Stadt Den Haag mit Marei von Saher doch auf einen Kaufpreis von einer Million Euro geeinigt. Damit sei ein Teil des Goudstikker-Fragments beglichen, so lässt die Anwaltskanzlei verlauten. Den Rest, eine Summe in ungenannter Höhe, stifte Marei von Saher dem Museum im Andenken an ihren Schwiegervater. Das Goudstikker-Erbe wird wohl noch viele Jahre lang Kunsthistoriker und Juristen beschäftigen: Immer noch fehlen rund tausend Werke, die meisten von ihnen vermerkt in einem kleinen schwarzen Notizbuch, das der Kunsthändler auf der Flucht bei sich trug.

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