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Galerien schließen in Paris : Künftig nur noch im privaten Rahmen

  • -Aktualisiert am

Mit Marwan Hoss und Grégoire Maisonneuve geben zwei bedeutende Pariser Galeristen ihr Geschäft auf. Sie haben ihre Gründe.

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          Die Pariser Galerien Marwan Hoss und Maisonneuve sind seit Ende 2008 geschlossen. Beide Galerien haben - Marwan Hoss mit Moderne und Gegenwartskunst, Grégoire Maisonneuve mit Gegenwartskunst - ein internationales Renommee besessen. Die Krise habe schon vor drei Jahren begonnen, erklärt Hoss, seither habe es nicht nur in seiner Galerie trotz ambitionierter Ausstellungen immer weniger Besucher gegeben. Er habe nur noch auf den Messen Geschäfte gemacht; im Jahr 2008 seien die Messen - Marwan Hoss gehörte zum Stamm von Fiac, Art Basel und Arco - erstmals sehr schlecht gelaufen: „Ich bin mir sicher, dass dieses Phänomen sich verstärken wird“, sagt er.

          In Zukunft werde er als Berater tätig sein in privatem Rahmen. Marwan Hoss kann auf eine ansehnliche Liste von Künstlern wie Henri Gaudier-Brzeska, Pablo Gargallo, Hans Hartung, Lyonel Feininger, Henri Michaux oder Antonio Segui zurückblicken, die er seit 1981 in seiner Galerie an der Rue d'Alger unweit des Louvre gezeigt hat.

          Wohlüberlegte Ausstieg nach sieben Jahren

          Die Galerie Maisonneuve, die Anfang 2002 in einem Loft im Pariser Osten mit einem ehrgeizigen Programm internationaler Gegenwartskunst eröffnete und vor zwei Jahren ins Marais umzog, hat aus den gleichen Gründen geschlossen: „Ich wollte einer Situation zuvorkommen, die sich in den nächsten Monaten verschlimmern wird“, sagt Grégoire Maisonneuve. Seine kleine Galerie habe nicht die Mittel, die Krise auszusitzen; man verkaufe heute quasi nichts und müsse dennoch weiter Ausstellungen finanzieren.

          Die Galerie, die zeitweilig an der Fiac, der Art Basel, der Art Basel Miami Beach oder der Londoner Frieze Art Fair teilnahm, setzte auf die experimentelle Karte. So war das Jahr 2007 ausschließlich einer Serie von zehn Schauen des Künstlers Mathieu Briand gewidmet. Maisonneuve wird zunächst für die New Yorker Galerie Martos tätig sein, die einen Teil seiner Künstler übernimmt.

          Die bereits vor knapp fünf Jahren erfolgten Schließungen der Galerien Durand-Dessert und Beaubourg scheinen diese Entwicklung lang vor der Krise vorweggenommen zu haben: Liliane und Michel Durand-Dessert und Marianne und Pierre Nahon konstatierten schon damals ein sinkendes Interesse an Galerieausstellungen, während Messen und Auktionen zunehmend an Bedeutung gewannen; auch sie zogen sich ins Privatgeschäft zurück. Mag sein, dass versierte Sammler im diskreten Rahmen ihr Glück finden, wie auf Auktionen oder Messen. Für Künstler, vor allem für die noch nicht bekannten, ist jede geschlossene Galerie ein verlorener Zugang zur Öffentlichkeit.

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