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Ein Lockmittel für Abu Dhabi : Die unbekannte Seite des Larry Gagosian

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Larry Gagosian ist ein begnadeter Galerist, will aber auch ein Sammler sein. Ausgerechnet Abu Dhabi hat er jetzt zum Präsentationsort erkoren. Ganz ohne kaufmännische Hintergedanken?

          Der Kunsthändler Larry Gagosian glaubt an die ökonomische und kulturelle Kraft von Abu Dhabi, dem reichsten Land der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Amerikaner ist einer der Unterstützer der dortigen Kulturbewegung Richtung Westen, die sich in den vergangenen Jahren in dem Land abzeichnete - oder eher finanziell massiv von den Scheichfamilien vorangetrieben wurde. Gagosians neues Projekt fällt aus dem Rahmen: Der mächtige Händler mit Dependancen in New York, London, Beverly Hills, Rom, Athen und bald auch in Paris wird seine private Kunstsammlung zeigen. Gagosian als Sammler und Bewahrer? Hinter dem etwas sperrigen Titel „RSTW“ verbergen sich die prominenten Namen Rauschenberg, Ruscha, Serra, Twombly, Warhol und Wool.

          Die Präsentation ist wohl ein geschicktes Lockmittel. So ganz fern des Kunstmarkts bewegt sich diese Aktion nämlich nicht: Die Schau beginnt am 22. September, dauert allerdings bis in den Januar hinein, ist also auch noch zu sehen, wenn im November die „Abu Dhabi Art Fair“ im Luxushotel „Emirates Palace“ am Golf stattfinden wird. Für deren Gelingen hat sich Gagosian schon 2009 stark gemacht. Damals bespielte er einen großen Stand, saß auf den Podien und plauderte munter über sein Händlerleben. Die Liebe zur Kunst sei schön, der Handel damit aber läge ihm im Blut. Immerhin habe seine Karriere mit einem Postershop in Santa Monica begonnen.

          Ein Hüter fern der Heimat

          Gagosian schickt 72 Werke auf die Reise nach Abu Dhabi: Christopher Wools „She smiles for the Camera I“ von 2005 wurde ausgewählt, Robert Rauschenbergs „Overdrive“ von 1963, Cy Twomblys noch frisches Werk „The Rose (IV)“ von 2008 und auch Ed Ruschas blau-grelles Vogel-Gemälde „Robin“ aus dem Jahr 1963. Von Warhol hat Gagosian das Gemälde „Big Crushed Campbell's Soup Can (Cream of Chicken)“ aus dem Jahr 1962 bestimmt und ein Flowers-Bild von 1964. Richard Serra ist vertreten mit „Back to Back“ von 1987. Das Ausstellungshaus Manarat Al Saadiyat liegt auf der Sandinsel Saadiyat, dort, wo auch die Dependancen des Louvre und des Guggenheim Museums geplant sind.

          In Abu Dhabi selbst wird die Schau als „Paradigmenwechsel“ angekündigt, nämlich für die „ästhetischen Erlebnisse im modernen Kontext“. Was auch immer das bedeuten soll, Larry Gagosian wird fern seiner Heimat als „Hüter“ stilisiert. Anne Baldassari, Präsidentin des Musée Picasso in Paris und schon länger aktiv in Abu Dhabi, wurde gebeten, Gagosians Sammlung „als Kuratorin zu interpretieren“. Doch sind die angekündigten Werke wirklich das, was Gagosian vor dem Handel bewahren will? Oder ist es eher eine bunte Mischung aus seinem Galerie-Inventar wie die Ausstellung zur letzten Kunstmesse in Abu Dhabi 2009? Damals versuchte es das Guggenheim Museum mit einer Schau aus seinem Depot. Der Titel der Schau lautete damals „The Making of a Museum“. Jetzt folgt „The Making of Larry Gagosian“.

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