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Centre Pompidou verliert Nachlass : Schenkung zurückgezogen

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Die Erben des französischen Regisseurs Claude Berri wollten eigentlich mit Werken aus seinem Nachlass die Erbschaftssteuer begleichen. Der Kunstvermittler Philippe Ségalot hatte eine bessere Idee. Das bedeutet eine sehr schlechte Nachricht für das Centre Pompidou.

          Eine Schenkung von rund zehn Werken zeitgenössischer Kunst aus dem Nachlass des Filmregisseurs Claude Berri an das Centre Pompidou ist von dessen Erben zurückgezogen worden. Claude Berri, vor rund zwei Jahren gestorben, hat eine bemerkenswerte Sammlung zeitgenössischer Kunst hinterlassen. Die im Juli 2009 zwischen Berris Söhnen Thomas und Darius Langmann und dem französischen Staat eingeleiteten Verhandlungen über eine Schenkung zur Zahlung der Erbschaftssteuer sind kurz vor Abschluss gescheitert.

          Mit Einvernehmen des Finanzministeriums und des Kulturministeriums sollten vier Gemälde von Robert Ryman sowie je ein Gemälde von Ad Reinhardt, Lucio Fontana und Giorgio Morandi, eine NeonSkulptur von Dan Flavin und ein Ensemble kleiner Arbeiten von Richard Serra im Wert von rund dreißig Millionen Euro in den Besitz des Museums übergehen.

          Das Museum hatte für den kommenden Sommer eine Ausstellung der Schenkung geplant. Doch Ende vergangenen Jahres haben die Erben des Regisseurs, wie nun über die Internetseite „Artclair“ bekanntwurde, die Schenkung annulliert, um das Ensemble privat zu verkaufen - als Käufer nennt Artclair das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst (Mathaf) in Qatar, das Ende 2010 in Doha eröffnet wurde.

          Der Verkaufspreis soll um fünfzig Prozent höher liegen als der mit dem französischen Staat ausgehandelte Steuererlass. Die französische Tageszeitung „Le Monde“ vermutet, dass der Käufer ein „großer amerikanischer Privatsammler“ sei. Als Vermittler der Transaktion wird der in New York ansässige französische Kunstmakler Philippe Ségalot genannt. Für das Centre Pompidou ist der Verlust dieser Schenkung ein harter Schlag. Der Direktor des Musée national d'art moderne, Alfred Pacquement, tat seine „Enttäuschung“ kund.

          Das Ensemble hätte die Sammlungen des Hauses, dessen Stärken nicht beim amerikanischen Minimalismus liegen, gut ergänzt, erklärte er. Die französischen Museen können sich nach diesem erstmalig erfolgten Rückzug einer Schenkung zur Zahlung der Erbschaftsteuer Sorgen machen: Der Konkurrenz privater Sammler und kaufkräftiger Institutionen aus dem Mittleren Osten sind ihre Ankaufsetats - der des Centre Pompidou liegt in diesem Jahr bei 2,5 Millionen Euro - nicht gewachsen.

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