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Basel goes Berlin : Doppelspitze für das Art Forum

Vom 1. Januar 2009 an wird das Art Forum in Berlin unter einer neuen Leitung stehen: Eva-Maria Häusler und Peter Vetsch wechseln von Basel nach Berlin. Sie haben einiges vor sich, denn für 2009 steht die entscheidende Machtprobe an.

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          Vom 1. Januar 2009 an wird das Art Forum in Berlin unter einer neuen Leitung stehen. Damit hat das monatelange Gerangel hinter ständig halboffenen Türen hoffentlich ein Ende. Zwei Direktoren teilen sich diese Aufgabe: Dass Eva-Maria Häusler, die bis Ende 2007 sieben Jahre lang für die Art Basel als Show Director arbeitete, berufen wurde, ist keine Überraschung mehr. Schon eher ihr „Co-Direktor“ (so heißt das jetzt), den sie sich quasi mitbringt, nämlich Peter Vetsch; auch er wechselt von Basel nach Berlin. Vetsch war in der Ära von Samuel Keller und bis jetzt der Communications Manager der Art Basel und Art Basel Miami Beach, der im größten Getümmel allzeit stoische Pressesprecher der beiden Mega-Messen.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Sabrina van der Ley, seit 2000 die künstlerische Leiterin der Berliner Messe für zeitgenössische Kunst, verantwortet noch einmal deren Auftritt in diesem Jahr. Die international ausgewiesene Kuratorin gibt ihr Amt womöglich gar nicht so ungern ab; denn in den Kulissen der Kunststadt Berlin ist schon lange Schwelfeuer unterm Dach - zwischen dem Art Forum und dem Club jener einflussreichen Galeristen in der Stadt, die gerade ihr Gallery Weekend als eindrucksvolle Demonstration zelebriert haben.

          In der engen Messe-Manege

          Van der Leys Nachfolger werden ihr gesamtes globales Netzwerk brauchen. Und obendrein sehr viel Geschick. Sie haben einiges vor sich; denn für 2009 steht dann die entscheidende Machtprobe an, die heißt: Werden Häusler/Vetsch die sezessionistischen Galerien in Berlin unter das gemeinsame Dach des Art Forums zurückführen können, das diese demonstrativ zunehmend gemieden haben? Oder sie wenigstens zu sinnvollen Synergien veranlassen können? Einstweilen sieht es so aus: Die Gallery-Weekend-Gruppe veranstaltet, mit einer Handvoll weiterer, persönlich geladener Berliner Galerien, im kommenden September erstmals ihren „Art Berlin Contemporary“-Auftritt, eine Kunst-Schau im Alten Postbahnhof am Gleisdreieck. Während ja das Art Forum - ungeschickter kaum vorstellbar - von seinem angestammten Termin einer Konsum-Messe weichen musste, verschoben auf Anfang November.

          Nun tönt die Berliner Messegesellschaft, von 2009 an werde das Art Forum seinen Platz Ende September/Anfang Oktober zurückerhalten, in der engen europäischen Messe-Manege zwischen Paris und London, der Fiac und der Frieze. Die Gretchenfrage heißt: Wie wird man's dann in Berlin mit der Zusammenarbeit halten? Werden die Platzhirsche an die heimische Krippe zurückkehren oder auf einer Konkurrenzveranstaltung beharren? Schulterschluss in der Verantwortung für den Standort oder Konfrontation? Aus Berlin war dieser Tage zu hören, die besonnene Eva-Maria Häusler habe hart mit der Messegesellschaft verhandelt. Da muss die Rede wohl auch vom angemessenen Etat für eine Berliner Messe mit zeitgenössischer Kunst gewesen sein.

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