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Koller : Gewebte Bücher

Vermutlich von Frans Verbeeck, „Bildnis eines Narren“, Um 1550, Öl auf Holz, 33,9 mal 24,6 Zentimeter. Bild: Koller Auktionen

In Zürich eröffnet das Auktionshaus Koller die Herbstsaison mit Alten Meistern und Kunst des 19. Jahrhunderts.

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          Vom 24. bis zum 27. September eröffnet Koller in Zürich die Herbstsaison traditionell mit der Auktions-Suite von Alten Meistern und 19. Jahrhundert, dazu Bücher, Möbel, Angewandte Kunst und Schmuck. Star bei den Alten Meistern ist am 27.September das Porträt eines Narren vom flämischen Meister von 1537, vermutlich Frans Verbeeck zuzuschreiben. Die Pose verbildlicht das niederländische Sprichwort „etwas durch die Finger sehen“, was bedeutet, ein Auge bei den Missetaten anderer zuzudrücken. Die Schätzung für das um 1550 entstandene Ölbild auf Holz liegt bei 500.000 bis 700.000 Franken. Es folgen preislich eine elegante, manieristische Madonna mit Kind und Johannesknaben des Italieners Pier Francesco di Jacopo Foschi (Taxe 400.000/600.000 Franken) und, mit einigem Abstand. ein Stillleben mit Früchten in einem Flechtkorb von Balthasar van der Ast (180.000/280.000).

          Eines der ersten in Seide mittels der Jacquard-Technik auf einem Lochkarten-Webstuhl „gewobene“ Buch: „Les Laboureurs“ von Alphonse de Lamartine aus dem Jahr 1878.

          Am selben Tag kommt beim 19. Jahrhundert der zweite Teil der Sammlung des niederländischen Filmemachers Jef Rademakers mit belgischen und niederländischen Gemälden der Romantik zum Aufruf. In dieser Sektion mit 180.000 bis 250.000 Franken am höchsten bewertet sind, aus anderer Quelle, die Gegenstücke „Emigrazione dell’Agro Romano – Partendo e Tomando“, die Giovanni Piancastelli um 1880 schuf und die sich mit den Migrationen in Roms Umgebung beschäftigen. Camille Corots hübsche Landschaft „Naples – le Mont Saint-Elme et partie de sa ville, 1828“ firmiert mit einer Erwartung von 70.000 bis 90.000 Franken.

          Zwei wahre Rara finden sich bei den Büchern am 24. September. Es sind in den Jahren 1878 bis 1887 auf einem von Lochkarten programmierten Seidenwebstuhl produzierte, bedruckte Bücher – gewissermaßen Vorläufer moderner Datenverarbeitung. Erfinder dieses automatisierten Webprozesses war Joseph-Marie Jacquard in Lyon, wo Joseph-Alphonse Henry die Objekte auch anfertigte. Das erste Buch dieser Methode, Lamartines „Les Laboureurs“, wurde 1878 auf der Weltausstellung in Paris gezeigt; bei Koller ist es auf 80.000 bis 120.000 Franken taxiert.

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