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Koller : Ernte in Aussicht

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Schweizer Ergebnisse II: Die Auktionen mit Moderne, Schweizer Kunst und Zeitgenossen bei Koller in Zürich.

          2 Min.

          Eine sommerliche Ruhe strahlt von Alfred Sisleys idyllischer, 1885 entstandener Landschaft „Autour de la forêt – juin“ aus. Das mit einer Schätzung von 700.000 bis zu einer Million Franken versehene Spitzenlos der Auktion mit Moderner Kunst bei Koller kam zwar nur auf einen Zuschlag von 670.000 Franken, wurde aber dennoch zum teuersten Los der Auktion in Zürich. René Magritte malte „Les voies et moyens“ im Jahr 1948 für seine erste Einzelausstellung in Paris: Das Bild zeigt eine grünhaarige, nackte Frau und ist ein rares Zeugnis für die sogenannte „période vache“ des Künstlers – eine kurze Schaffensphase, in der Magritte bewusst eine groben Stil verwendete, um groteske Figuren darzustellen. Die Gouache mit Gold wechselte ihren Besitzer für 360.000 Franken (Taxe 250.000/400.000). Oskar Kokoschkas expressives und spätes Porträt „Ann Windfohr“, der Gründerin des Georgia O’Keeffe Museum in Santa Fee, konnte seine untere Schätzung verdoppeln und brachte es auf 120.000 Franken. Kees van Dongens hübsche Eselreiter am Strand auf dem Ölgemälde „L’Ânier (de Scheveningen)“ von 1912 blieben mit einem Erlös von 250.000 Franken (300.000/500.000) unter ihrer Schätzung. Insgesamt setzte das Haus mit seiner Moderne-Veranstaltung 3,5 Millionen Franken um, gegenüber einer Gesamttaxe von 2,7 Millionen.

          Im Angebot der Schweizer Kunst müht sich Cuno Amiets monochrom pink-orangefarbene Erntehelferin sichtlich ab beim Einsammeln von Früchten: Das 1912 in der Vorbereitung zur sogenannten „Wassmer-Fassung“ entstandene Ölbild „Die Obsternte“ kommt aus der Sammlung von Eugen Loeb, der es damals direkt beim Künstler erworben hatte, und avancierte mit einem Zuschlag von 650.000 Franken (Taxe 600.000/800.000) zum teuersten Los der Auktion. Das intime, vierzig mal 33 Zentimeter messende „Mädchenbildnis“ von Albert Anker aus dem Jahr 1862 schaffte es auf 85.000 Franken (60.000/90.000), und Ferdinand Hodlers ähnlich große „Schreitende“ von 1910 erreichte mit einen Zuschlag bei 280.000 Franken ihre untere Taxe: Vorbild für Hodlers ganz in Blau gekleidete Figur war die italienische Tänzerin Giulia Leonardi, der Hodler 1910 zum ersten Mal begegnete und die in den folgenden drei Jahren für zahlreiche Bildnisse und Kompositionen Modell stand. Giovanni Giacometti malte seinen „Skiläufer“ bereits 1899, wobei dessen extrem moderne Darstellungsform und Attitude auch heute noch ins Auge fallen. Der Zuschlag erfolgte bei 400.000 Franken – eine ordentliche Steigerung gegenüber der Schätzung von 250.000 bis 350.000 Franken. Giacomettis riesiges, fünf Meter langes Alpenpanorama von Muottas Muragl, das mit einer Erwartung von 2,8 bis vier Millionen Franken versehen war, fand während der Auktion keinen direkten Abnehmer. Wie Koller jedoch mitteilt, seien momentan Verhandlungen mit einem potentiellen Käufer im Gange. So setzte die Schweizer Kunst nur vier Millionen statt der erwarteten sieben Millionen Franken um.

          Bei den Zeitgenossen einen Tag später überzeugte besonders Robert Mangolds „Red with Green Ellipse/Black Frame“ von 1988/89: Der Hammer für das 140 mal 210 Zentimeter große Acryl-Diptychon fiel bei 260.000 Franken (180.000/240.000). Zwei in den achtziger Jahren entstandene Reliefgemälde aus schwarz bemaltem und geschnitztem Holz von Louise Nevelson mit den Titeln „Cloud II“ und „The City“ reüssierten bei 60.000 (Taxe 50.000/70.000) und 54.000 Franken (Taxe 30.000/50.000). Das aus dem Jahr 1947 stammende Gemälde „La Passoire“ von Jean Fautrier überstieg seinen unteren Schätzpreis deutlich und wechselte für 170000 Franken (100.000/200.000) seinen Besitzer. Insgesamt erzielte Koller mit seinen Zeitgenossen einen Umsatz von zwei Millionen Franken; die Erwartung hatte bei 1,6 Millionen gelegen.

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