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Koller-Ergebnisse : Ein blaues Intervall

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Zum Jahresabschluss versteigerte Koller in Zürich Schweizer Kunst, klassische Moderne und Zeitgenossen. Der rasante Aufstieg einer Papierarbeit sorgte für Aufregung im Saal.

          Bei den Auktionen Ende des Jahres im Züricher Auktionshaus Koller konnten sich Max Beckmann und Ernst Wilhelm Nay an die Spitze setzen. Beckmanns 1943 im Amsterdamer Exil entstandenes Gemälde „Waldgracht mit Segeln“ wurde mit 420 000 Franken (Taxe 400 000/700 000) zugeschlagen. Nays farbenfrohes „Duett“ von 1946 verdoppelte die obere Schätzung und fand bei 300 000 Franken einen neuen Besitzer. Beide Bilder waren direkt aus der Münchner Kunsthandlung Günther Franke in die Familien der Einlieferer gegangen. Gustave Loiseaus impressionistische Landschaft „Die Eure im Winter“ von 1926 ging bei 200 000 Franken, fast das Doppelte der oberen Taxe von 120 000 Franken, in eine deutsche Sammlung. Ebenfalls 200 000 Franken (200 000/ 250 000) erzielte Joan Mirós „Femme aux 3 cheveux, constellation“ von 1976 aus einer spanischen Privatsammlung. Emil Noldes stimmungsvolles Aquarell „Am See von Ruttebüll“, um 1920, wurde für 90 000 Franken (80 000/120 000) zugeschlagen. Keine Abnehmer fanden Raoul Dufys Strandszene „La Baignade“ von 1906 und eine 1946 entstandene „Composition“ von Fernand Léger (bis 500 000 Franken).

          Bei der Schweizer Kunst reüssierte Félix Vallottons „Corbeille de mandarines et bananes“ von 1923 bei 250 000 Franken (180 000/280 000). Mit einigem Abstand folgt Giovanni Giacomettis „Winterlandschaft bei Maloja“ von 1928, zugeschlagen bei 125 000 Franken (150 000/200 000). Paul Camenischs feurige Landschaft „Der rote Rücken“ aus dem Jahr 1926 brachte 110 000 Franken (100 000/140 000). Adolf Wölflis Art-Brut-Bild „Der Heiligen=Rein,=Skt. Adolf=Thurm“, 1919 in der Nervenheilanstalt Waldau mit Farb- und Bleistift gemalt, wurde mit 102 000 Franken (50 000/70 000) honoriert. Das Schweizer Toplos, Giovanni Giacomettis Winterlandschaft „Inverno“ von 1923 (280 000/350 000), ging zurück.

          Der bis zu seinem Tod 1976 in Basel lebende amerikanische Künstler Mark Tobey sorgte bei der zeitgenössischen Kunst für Furore. Seine Papierarbeit „Blue Interval“ von 1969/70 kletterte auf 117 000 Franken (10 000/15 000). Zwei unbetitelte lyrische Farbkompositionen von Chu Teh-Chun aus dem Jahr 1987 gingen für 220 000 und 200 000 Franken (je 200 000/ 300 000) an chinesische Sammler. Das Künstlerexemplar außerhalb der Zehner-Auflage von Roy Lichtensteins farbigem Reliefdruck „Thinking Nude, StateI“ von 1994 wurde für 185 000 Franken (90 000/ 140 000) übernommen. Insgesamt wurden von den 470 angebotenen Losen aus Moderne und Gegenwart gut achtzig Prozent vermittelt. Der Umsatz inklusive Aufgeld von acht Millionen Franken steht der unteren Gesamtschätzung von 6,1 Millionen Franken gegenüber.

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