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Kölner Vorschau II : Die Brueghels und die Achenbachs

  • -Aktualisiert am

Alte Kunst und 19. Jahrhundert stehen bei Lempertz für den 18. November im Programm. Das Angebot mutet wie das Treffen zweier großer Künstlerfamilien an.

          In satten Blautönen strahlt die „Flusslandschaft mit Fischern und einem Pferdewagen“ von Jan Brueghel d. Ä. Sie macht mit ihrem samtigen Kolorit und den feinen Details dem Beinamen des Künstlers alle Ehre: Der ältere Jan Brueghel – Sohn von Pieter Bruegel d. Ä., genannt der „Bauernbruegel“ – wird auch „Samtbrueghel“ genannt. Die nur 32 mal vierzig Zentimeter große Kupfertafel ziert nicht nur den Titel des Lempertz-Katalogs zur Alten Kunst für den 18. November, sondern ist mit einer Schätzung von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro auch das Spitzenlos.

          Zur reichen Offerte zählen weitere Werke der flämischen Malerdynastie: Pieter Brueghel d. J. – er ist der Bruder von Jan Brueghel d. Ä. – schuf 1620 die detailreiche „Winterliche Dorflandschaft mit Gasthaus zum Schwan“, die auf einer 47 mal 63 Zentimeter großen Holztafel das emsige Treiben auf einem zugefrorenen Fluss zeigt (Taxe 500 000/600 000 Euro). Vom Sohn Jan Brueghels d. Ä., also von Jan Brueghel d. J., stammen zwei Waldszenerien: eine „Sommerliche Landschaft mit Ceres“ (80 000/100 000) und eine „Bewaldete Landschaft mit erlegten Tieren“ (70 000/80 000), Letztere eine Gemeinschaftsarbeit mit Lucas van Uden.

          Alttestamentarische Szenen aus der Werkstatt Rubens'

          Bei den angebotenen Italienern besticht das Gemälde „Amnon verstößt Tamar“ vom Bologneser Giovanni Francesco Barbieri, genannt Il Guercino. Es zeigt als erste Fassung des Themas die alttestamentarische Erzählung in einer halbfigurigen Komposition, die ihre klassizistische Klarheit auszeichnet (260 000/320 000). Aus der Werkstatt von Rubens stammt die „Auffindung des Mosesknaben“, die sich wegen der Hintergrundlandschaft auf die dreißiger Jahre des 17. Jahrhunderts datieren lässt (120 000/150 000). Drei üppige Frauen betrachten den Knaben im Weidenkorb, die Kniende im linken Vordergrund geht auf eine Erfindung von Rubens zurück: Zu ihr hat sich eine 1617 entstandene Skizze von ihm erhalten, heute in der Albertina in Wien. Insgesamt 197 Lose werden in der Alten Kunst angeboten.

          Die Auktion mit Kunst des 19. Jahrhunderts umfasst 99 Lose, ebenfalls am 18. November. Das Toplos kommt von Oswald Achenbach, der 1884 eine Nachtansicht des Trevi-Brunnens auf 122 mal 151 Zentimeter bannte (80 000/90 000). Der Düsseldorfer Maler unternahm insgesamt sieben Italien-Reisen, auf denen seine zahlreichen Stadtansichten, romantischen Landschaften und stimmungsvollen Mondschein-Szenen entstanden. Die ebenfalls offerierte „Ansicht von Neapel und dem Vesuv“ schuf Achenbach vermutlich auch in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts, auffallend bunt leuchtet das ausgewogene Kolorit des marktfrischen Gemäldes (35 000/40 000).

          Von Oswalds Bruder Andreas Achenbach wird eine Landschaft angeboten, jedoch keine italienische: Die „Mühle im Walde an einem stürzenden Bergwasser“ von 1886 lässt sich eher in nordeuropäischen Gefilden verorten (30 000/40 000). Carl Spitzwegs „Landschaft mit Schwalben“ kommt nach mehr als hundert Jahren in Privatbesitz auf den Markt (60 000/ 70 000), und auch Franz Roubauds „Verletzter Kosakenreiter“ von 1892 kann durch Marktfrische glänzen (40 000/ 50 000). Die Schätzungen beider Auktionen belaufen sich auf insgesamt mehr als sieben Millionen Euro.

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