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Ergebnisse bei Lempertz : Sonne über dem Meer

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Die Auktion mit Alter und moderner Kunst bei Lempertz in Köln hat hohe Umsätze gebracht. Dazu trug auch die Versteigerung der Werke aus dem Nachlass von Joachim Kardinal Meiser bei. Ein Blick auf die Ergebnisse.

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          Die Auktion mit Alter Kunst und Kunst des 19.Jahrhunderts bei Lempertz in Köln wurde eröffnet mit der Versteigerung von Werken aus dem Nachlass von Joachim Kardinal Meisner. Gleich an zweiter Stelle wurde das Spitzenlos der Sammlung aufgerufen, der auf 120.000 bis 160.000 Euro taxierte Klappaltar mit Madonna und Kind des Meisters des Tobias: Zum sichtlichen Gefallen des Nachlassverwalters sicherte sich ein Bieter im Saal das gotische Kleinod bei 400.000 Euro.

          Aus anderer Quelle kam Joos van Cleves „Porträt eines jungen Mannes“. Die kleine Holztafel wird auf das Jahr 1509 datiert und gilt als das erste Porträt des Niederländers überhaupt; der Hammer fiel erst bei 530.000 Euro, gegenüber der Schätzung von 100.000 bis 120.000 Euro. Damit rangiert das Bildnis deutlich vor dem höchsttaxierten Los: Johannes Bosschaerts „Stillleben mit Blüten und Blättern, Schmetterling und Eidechse“ von 1624 blieb mit 190000 Euro (Taxe 200.000/250.000) leicht unter der Erwartung. Ebenfalls 190000 Euro erforderte das luzide, um 1770/75 entstandene „Capriccio“ von Francesco Guardi (180000/ 200000).

          „Äpfel, Quitten, Pflaumen und Kirschen in einem Weidenkorb“ zieren das barocke Stillleben des Spaniers Juan van der Hamen y León, das gegen ein Gebot von 150.000 Euro (120.000/150.000) in eine russische Sammlung geht. Auch Gerret Willemsz. Hedas 1646 in Öl auf Holz gemaltes „Stillleben mit Hering, Römer, Wanli-Schale und einem Brot“ erfüllte die Erwartungen mit 120000 Euro (100.000/120.000). Bei 150.000 Euro (120.000/150.000) wurde Pierre Patels d.Ä. „Landschaft mit Flucht nach Ägypten“ von 1657 vermittelt. Der „Heilige Franz von Paola“ von Jusepe de Ribera brachte 110.000 Euro (100.000/140.000).

          Umsätze oberhalb der Erwartungen

          Bei der Kunst des 19. Jahrhunderts gab es einen Auftakt nach Maß. Jacob Philipp Hackerts Gemälde „Blick auf das Arnotal und Fiesole“ und „Ansicht von Maddaloni“ wurden für 130000 Euro (70.000/ 90.000) und 80.000 Euro (60.000/80.000) versteigert. Von der ersten Fassung des „Blicks auf das Arnotal und Fiesole“ hatte schon Goethe geschwärmt; die Erstfassungen beider Bilder wurden jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört. An der Grenze von Romantik und Realismus steht Ernst Fries’ Ölbild mit den „Wasserfällen von Tivoli“; 85.000 Euro (18.000/20.000) lautete das siegreiche Gebot dafür. Carl Rottmanns „Morgensonne über dem Meer“ erleuchtet den Horizont und spielte 75.000 Euro (20.000/25.000) ein.

          Für Carl Gustav Carus’ numinose Darstellung eines „Tors bei einer gotischen Kirche im Mondschein“ waren 63.000 Euro (30.000/40.000) fällig. Mit 4,5 Millionen Euro bezifferte Lempertz seine Erwartungen, am Ende stand ein Umsatz von 5,8 Millionen Euro. Der Nachlass von Kardinal Meisner brachte einen Reinerlös von knapp über 700.000 Euro, die der Förderung des kirchlichen Lebens in den Ländern Mittel-, Ost- und Südeuropas und den Gemeinden des Erzbistums Köln zugutekommen sollen.

          Bei der modernen und zeitgenössischen Kunst behauptete sich die Klassische Moderne. Mit 750.000 Euro (400.000/ 450.000) erreichten Liebermanns „Blumenstauden im Nutzgarten nach Südwesten“ von 1926 den höchsten Zuschlag. Es folgte mit 510.000 Euro (250.000/ 300.000) Wilhelm Lehmbrucks Terrakotta-„Büste der Knienden (Geneigter Frauenkopf)“ von 1912/14. Der 1930 entstandene „Vrouwenhoofd (Frauenkopf)“ aus weißem Marmor des belgischen Expressionisten Oscar Jespers wurde erst bei 110.000 Euro (60.000/80.000) zugeschlagen, und Jawlenskys „Mystischer Kopf: Erde“ von 1919 erzielte 230.000 Euro (200.000/ 250.000). Ernst Wilhelm Nays „Mit Tropfenketten“ von 1952 stieg auf 300.000 Euro (150.000/180.000).

          Bei der Gegenwartskunst fiel der Hammer für Piero Manzonis „Achrome“, um 1958, aus einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung erst bei 690.000 Euro (400.000/500.000). Die drei Meter hohe Skulptur „Afrika IV“ von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff erreichte 320.000 Euro (300.000/400.000). Ein in Rost-Tönen bemaltes Bleibild Günther Förgs von 1990 ging für 240.000 Euro, ein in Blautönen gehaltenes Gegenstück für 200.000 Euro (Taxe je 150.000/200.000). Sigmar Polkes mit Acryl, Spray- und Interferenzfarbe besprühter Karton „Ohne Titel“ von 1999 stieg auf 160.000 Euro (70.000/ 90.000). Die beiden Auktionen erzielten einen Umsatz von 12,4 Millionen Euro (ohne Fotografie), damit – brutto – oberhalb der Erwartungen von 9,9 Millionen Euro.

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