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Ergebnisse bei Van Ham : Die Klippen von La Bouille

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Die Auktionen mit Alten Meistern und Kunst des 19. Jahrhunderts bei Van Ham in Köln liefern eine durchmischte Palette von Ergebnissen. Eine Übersicht.

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          Durchmischt war das Ergebnis der Auktion mit Alten Meistern und Kunst des 19.Jahrhunderts bei Van Ham in Köln. So blieb gleich zu Beginn eine „Große Flusslandschaft“ Salomon van Ruysdaels (Taxe 120.000/160.000 Euro) aus rheinischem Privatbesitz liegen. Erst die sich um ein Ei kabbelnden Jungen auf dem Gemälde „Elk zijn meug“ der belgischen Barockmalerin Michaelina Wautier konnten die Anspannung im Saal lösen. 60.000 bis 80.000 Euro lautete die Schätzung; der Zuschlag erging bei 380.000 Euro an die Antwerpener Phoebus Foundation, was mit Applaus goutiert wurde.

          100.000 Euro (100.000/150.000) erreichte das „Stillleben mit Krustentieren und Rettich“ von Jacob van Walscapelle. Giovanni Battista Tiepolos um 1750 entstandene „Madonna in den Wolken“ überstieg die Erwartungen bis auf 80000 Euro (30.000/50.000). Unverkauft blieben drei ausstellungserprobte Scherenschnitte von Philipp Otto Runge (je 15.000/20.000).

          Furios war der Start beim 19.Jahrhunderts. Die gegen gewaltigen Wellengang kämpfenden „Schiffe auf stürmischer See“ des javanischen Prinzen Raden Saleh, 1840 in Dresden gemalt, wurden von einem anonymen Telefonbieter von 240.000 auf 500.000 Euro gehoben; siegreich war aber am Ende ein indonesischer Sammler mit dem Zuschlag bei 60.0000 Euro (100.000/150.000).

          Gustave Courbets „Wasserfall“ kam auf 50.000 Euro (13.000/15.000), sein „Waldbach“ aus der Sammlung Friedrich Wilhelm Waffenschmidt verfünffachte die untere Taxe von 20.000 Euro und reist nun für 105.000 Euro nach China. Die aus derselben Sammlung kommende „Scharwache“ Carl Spitzwegs sprang leicht über ihre Schätzung auf 85.000 Euro (60.000/80.000).

          Bei der Moderne erzielte Gauguin den höchsten Zuschlag

          Zwei venezianische Szenerien gingen für je 30000 Euro: Giuseppe Barisons „Geschäftiges Treiben auf einem Fischmarkt“ am oberen Ende und das „Haus der Desdemona in Venedig“ von Friedrich Nerly am unteren Ende der Schätzung. Franz von Stucks „Porträt der Tochter Mary mit blauen Schleifen im Haar“ konnte seine obere Taxe verdoppeln, mit 35000 Euro. Darüber stiegen mit 38000 Euro (10.000/15.000) Fritz von Willes 1914 gemalte „Weihnachtszeit“, eine eingeschneite Kapelle in Kerpen, und seine „Mohnblüte“ aus demselben Jahr, die 45.000 Euro (15.000/ 20.000) brachte. Insgesamt erzielte die Auktion einen Umsatz von 2,9 Millionen Euro; die Erwartungen lagen, orientiert an der Summe der unteren Schätzungen, bei 1,8Millionen Euro.

          Bei den Auktionen mit Moderne und Zeitgenossen machte die 1938 gegossene Bronze „Der singende Mann“ von Ernst Barlach den Anfang: Die Plastik, wieder aus der Sammlung Waffenschmidt, verdreifachte ihre untere Taxe und erhielt den Zuschlag bei 210.000 Euro (70.000/100.000). Auch das späte Stillleben „Herbstblumen in Vase“ von Lovis Corinth, gemalt 1924, ein Jahr vor seinem Tod, überstieg die Erwartungen von 130000 bis 180.000 Euro deutlich und kam auf 380.000 Euro.

          Den mit 630.000 Euro (500.000/700.000) höchsten Zuschlag erzielte Paul Gauguins „Les falaises de La Bouille“ von 1884. Max Liebermanns Auseinandersetzung mit dem bunten Treiben in einem „Gartenlokal an der Havel unter Bäumen“, zwischen 1920 und 1922 in Öl auf Leinwand gemalt, fand bei 530.000 Euro (300.000/ 500.000) seinen neuen Besitzer. Mit 500.000 bis 800.000 Euro war Emil Noldes Stillleben „Holzplastik und Blumen“ aus dem Jahr 1928 beziffert; dafür reichte aber bereits ein Gebot von 430000 Euro.

          Das Feld der Nachkriegs- und Gegenwartskunst wurde bei Van Ham angeführt von Günther Ueckers Nagelbildern: eine sechzig mal sechzig Zentimeter große „Spirale“ von 1972 wurde für 180.000 Euro (180.000/200.000) vermittelt; 280.000 Euro (200.000/300.000) lautete das Ergebnis für ein kleineres unbetiteltes Nagel-Objekt von 1978. Die 2002 mit Acryl auf Leinwand ausgeführte Arbeit „Molain“ von Imi Knoebel erreichte mit 250.000 Euro (250.000/ 350.000) ihr Höchstgebot, und John Chamberlains Skulptur „Tongue Fu“ erhielt den Zuschlag bei 170000 Euro (160.000/180.000).

          Bei den Zeitgenossen erzielte Karin Kneffels unbetiteltes, beinah hyperrealistisches Gemälde von 2007, auf dem Innen und Außen in der Spiegelung eines Fensters verschwimmen, 100.000 Euro (100.000/150.000). Candida Höfers C-Print „Stiftsbibliothek St.Gallen I“ von 2001 verdoppelte seine obere Schätzung auf 48.000 Euro. Insgesamt spielte die Gegenwartskunst ein Ergebnis von knapp über zehn Millionen Euro ein, gegenüber Erwartungen von 7,5 Millionen Euro.

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