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Klassische Moderne : Reizvolle Aussicht: Die Galerie Gmurzynska eröffnet eine Dépendance in Zürich

  • -Aktualisiert am

Für den Handel mit Kunst der Klassischen Moderne ist Zürich neben London heute der wichtigste Standort und die rheinischen Neuankömmlinge werden in der Schweiz als „Kölner Exportschlager“ mit offenen Armen empfangen.

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          Meinen Sie, Zürich zum Beispiel sei eine tiefere Stadt? Eine andere als Köln jedenfalls, davon ist Mathias Rastorfer überzeugt, Teilhaber der Galerie Gmurzynska, die soeben ein neues, prominent am Zürcher Paradeplatz gelegenes Quartier mit einer Calder-Ausstellung von wahrhaft musealem Rang eröffnet hat.

          Für zeitgenössische Kunst hat sich, so Rastorfers Meinung, der europäische Markt nach London und Berlin, sogar auch nach Frankfurt verlagert. Und für den Handel mit der Klassischen Moderne, dem man sich bei Gmurzynska seit nunmehr vierzig Jahren widmet, seien Zürich gemeinsam mit London heute die mit Abstand wichtigsten Standorte.

          In der Kunstszene von Köln dagegen, wo Krystina Gmurzynska und Rastorfer im feuerwehrroten Marienburger Kubus immerhin auch künftig präsent sein wollen, sei von der einst so vitalen rheinischen Stimmung nicht mehr viel zu spüren: „In Köln fehlt heute das internationale Publikum.“ Erschwerend komme der allgemein beobachtete Besucherrückgang in Galerien hinzu - und beides könne den Enthusiasmus, hochkarätige Ausstellungen in Köln zu veranstalten, auf Dauer doch ziemlich dämpfen. Mathias Rastorfer beklagt zudem, daß Peter Ludwigs hochbedeutende Sammlung russischer Avantgardekunst - dies ein besonderer Schwerpunkt bei Gmurzynska - seit Jahren nur noch ein Schattendasein im Depot des Museums Ludwig Köln fristet.

          Zürich scheint die als „Kölner Exportschlager“ bezeichneten rheinischen Neuankömmlinge mit offenen Armen empfangen zu haben. Und der Galerist sieht in dieser Stadt auch die echte Chance, ein größeres, womöglich auch jüngeres Sammlerpublikum anzusprechen, was in der Galerie-Dépendance in St. Moritz bereits immer wieder gelinge. Beibehalten werde im übrigen auch die seit 1994 bestehende Gmurzynska-Filiale im benachbarten Zug.

          Die in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland sehr viel günstigeren Regelungen des „droit de suite“ (Folgerecht) haben nach den Worten von Rastorfer bei der Entscheidung für den Standort Zürich durchaus eine Rolle gespielt. Aber auch die offensichtlichen Vorzüge des dreistöckigen Galeriehauses mit reizvoller Aussicht auf den Paradeplatz - und die Nachbarschaft zur Confiserie Sprüngli, wo Han Conray im Jahr 1917 die legendäre erste Dada-Ausstellung zeigte.

          Und schon von außen können derzeit kunstliebende Passanten erste Blicke in die Ausstellung von Alexander Calder werfen, die von faszinierenden, 1927 entstandenen frühen Drahtskulpturen wie „Hinged Horse“ (225 000 Dollar) und „Walking Woman“ (1,3 Millionen Dollar) bis zu den großartigen Werken der späteren Jahre reicht: „White Dots on Red and Blue“ etwa, ein Stabile von 1951 (1,8 Millionen Dollar) oder das große rote Mobile „Pods and Shoots“ von 1966 , das man für 2,3 Millionen nach Hause tragen darf.

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