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Ketterer : Auf der steilen Treppe zum hohen Preis

  • -Aktualisiert am

Ergebnisse: Die Frühjahrsauktionen bei Ketterer in München.

          3 Min.

          Wassily Kandinskys Ölbild „Treppe zum Schloss (Murnau)“von 1909 galt lange als verschollen und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die führte es aus Berliner Galerien nach Amsterdam in verschiedene Sammlungen, zuletzt in die des Musikers Paul F. Sanders, der das leuchtende Bild, das den Nationalsozialismus in einem Versteck unbemerkt überstand, 1946 nach New York mitnahm. Bei Sanders’ Nachfahren blieb es, bis es jetzt, bei Ketterer als Spitzenlos aufgerufen, die Erwartung mit dem Hammerpreis von zwei Millionen Euro erfüllte; die Taxe lag bei 1,5 bis 2,5 Millionen. Gegen telefonische Konkurrenz bewilligte ein „Kunstliebhaber aus Deutschland“ schriftlich den Preis, der sich mit Aufgeld auf 2,5 Millionen Euro beläuft. Erst im November war das Werk bei Sotheby’s in New York liegengeblieben: Vielleicht war die Schätzung von umgerechnet 2,6 bis 4,4 Millionen Euro zu optimistisch, oder der deutsche Markt ist doch der bessere für ein expressives Frühwerk Kandinskys. Vergleichbares gilt für Franz Marcs großformatige Zeichnung „Zwei Pferde“. Auch sie reüssierte diesmal angemessen: Das Blatt von 1910/11, auf der Rückseite „Zwei stehende Mädchenakte mit grünem Stein“, ging zur mittleren Schätzung bei 350.000 Euro an ein Privatgebot aus Baden-Württemberg; vor einem Jahr in London war es erfolglos auf das Doppelte taxiert. Ketterer meldet für die sieben Auktionen des ersten Halbjahrs einen Umsatz von 28 Millionen Euro, inklusive des Aufgelds von 25 Prozent. Mitgezählt sind die Kunst des 19.Jahrhunderts wie auch die Hamburger Buch-Auktion.

          Klassische Moderne und Nachkriegszeit

          Die Klassische Moderne lief recht gut: So schaffte Pechsteins doppelseitig mit einem „Damenbildnis (Luise Mendelsohn)“ und einem liegenden Akt bemalte Leinwand die Untertaxe von 350.000 Euro; Schmidt-Rottluffs Aquarell „Kühler Morgen“ von 1909 verdoppelte die Seine auf 160.000 Euro. Ernst Ludwig Kirchners Aquarell eines Dresdner Straßenbilds, um 1910, kam mit 130.000 Euro auf das Doppelte der oberen Schätzung. Seine „Drehende Tänzerin“ wirbelte mit 500.000 Euro (Taxe 300.000/400.000) auf den dritten Platz aller Auktionen. Das Spätwerk bekam derselbe süddeutsche Sammler, der noch Warhols „Portrait of a Lady“ bei 900.000 Euro (400.000/ 600.000) gegen internationale Konkurrenz auf den zweiten Platz hob. Mit Aufgeld kostet das Bildnis der New Yorker Society-Dame Enid Beal 1,12 Millionen Euro.

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