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Karl & Faber Vorschau : Adler in der Klemme

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Vorschau auf moderne Kunst bei Karl & Faber.

          2 Min.

          Die Münchner Frühjahrsauktionen Moderner und Neuer Kunst starten bei Karl & Faber am 5. und 6. Juni. An beiden Abenden wird Rupert Keim aus der Gesamtofferte von 519 Losen ausgewählte Werke versteigern. Eine der frühesten Arbeiten im Angebot ist Paul Signacs „Cathédrale d’Anvers“ von 1888; in bläulich-weißen Lichtton gehüllt, changiert das kleine Ölbild zwischen Impressionismus und Pointillismus (Taxe 70.000/80.000 Euro). Eine ganz eigene Tupftechnik zeichnet Alberto Giacomettis „Stillleben mit Ranunkeln“ von 1917 aus, pastosplastisch bringt sie die leuchtenden Blüten voll zur Geltung (100.000/150.000). Starke Wirkung erreicht auch Max Pechstein, als er im selben Jahr sein „Calla-Stillleben im Spiegel“ malt (180.000/240.000). Erich Buchholz hatte sich damals schon der Abstraktion verschrieben; „Ringeln Kreisen“, eine konstruktivistische Komposition von 1920, gehörte einst dem Basler Sammler Carl Laszlo (120.000/140.000). „Mit Kreisen“ heißt auch direkt Fritz Winters Gemälde in Blau, Rot und Violett, körnig gespachtelt, „damit das Licht auf der Bildoberfläche spielen kann“ (35.000/45.000). Ernst Wilhelm Nay hingegen schwelgt 1953 mit „Blauklang“, aus der Reihe der „Rhythmischen Bilder“, in vielen blauen Tönen bis zu Türkis und ein paar Akzenten in Rot (25.0000/35.0000).

          Ein Hauptlos am folgenden Abend mit Kunst nach 1945 und Zeitgenössischem stellt Heinz Macks „Dynamische Struktur Schwarz“ von 1959/60, eines seiner ersten flirrenden Rasterbilder: Schon 1960 war es auf Udo Kultermanns Ausstellung „Monochrome Malerei“ im Museum Morsbroich zu sehen, dann erwarben es Fänn und Willy Schniewind für ihre avantgardistische Sammlung (280.000/350.000). Von Macks „Zero“-Kollegen Otto Piene gibt es eine „Kleine schwarz-weiße Feuerblume“, weil der Künstler „aus Feuer Fauna und Flora“ machen will (70.000/ 80.000).

          Neben diversen Druckgraphiken von Blinky Palermo (Taxen 5.000 bis 40.000 Euro) ist sein Wandobjekt-Paar aus einem schwarzen und einem verspiegelten Sperrholzdreieck im Angebot, das er dem Jazzmusiker Thelonious Monk widmete; aufgelegt hatte es Heiner Friedrich 1973 in dreißig Exemplaren (45.000/65.000). Gerhard Richters kleines Aquarell mit dem titelgebenden Datum „16.4.88“ trägt eine Schätzung von 100.000 bis 150.000 Euro. Für ihre Bronzeplastik „LekytheI“ griff Rosemarie Trockel 1984 die Form eines altgriechischen Vorratsgefäßes auf, die sie mit Figürchen einer alten und einer jungen Wasserträgerin bekrönte. Der gipserne Prototyp dazu, schwarz bemalt und gut erhalten, zielt auf 70.000 bis 100.000 Euro. Jörg Immendorffs „Systemklemme (West)“ von 1981 zählt zur Serie „Grüße von der Nordfront“; der Bundesadler steckt zwischen Schlagzeugbecken, die eine Hand von oben mit dem Trommelstock bearbeitet (30.000/35.000).

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