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Karl & Faber : Goldregen

  • -Aktualisiert am

Christian Friedrich Gille, „Goldregen“, Öl auf Papier, auf Pappe aufgezogen, 36,5 mal 27,9 Zentimeter, Taxe 10.000/20.000 Euro. Bild: Karl&Faber

Vorschau auf die Auktion mit Alter Kunst bei Karl & Faber in München.

          In Karl & Fabers Angebot mit Alter Kunst am 10.Mai verdient die Ölstudie zweier bärtiger Männerköpfe besonderes Augenmerk. Dort hebt Annibale Carracci in souveräner summarischer Malweise mit hellen Reflexen die versonnen vor sich Schauenden vom dunklen Papiergrund ab, eine lebensnahe Momentaufnahme der Zeit um 1590, die aus einer europäischen Privatsammlung stammt, taxiert auf 120.000 bis 150.000 Euro. Kurze Zeit später entsteht als schönes Beispiel des Utrechter Manierismus Abraham Bloemaerts vielfigurige Schilderung einer schwer deutbaren, wohl dem Alten Testamenten entnommenen „Rast im Walde“, die vor allem junge Mütter mit Säuglingen um einen in Gelb gewandeten Fähnrich schart (Taxe 30.000/40.000 Euro).

          Ein gewaltiger Wolkenhimmel

          Das Kapitel zum 19.Jahrhundert beginnt mit einem wunderschönen vorimpressionistischen „Goldregen“-Zweig von Christian Friedrich Gille. Die wiederaufgetauchte Ölskizze stammt aus der ehemaligen Sammlung des Gille-Entdeckers Johann Friedrich Lahmann in Dresden (10.000/12.000). Auch Spitzwegs in farbigen Tupfen nur angedeutete „Kinder im Wald“ scheinen schon fast impressionistisch (30.000/40.000), stärker arbeitete er seine „Landschaft mit kleinen Figuren“ aus (60.000/80.000). Aus westfälischem Privatbesitz kommen zwölf kleine Ölbilder von Wilhelm Busch, Bauern-Genre zumeist, die jüngste Erfolge des Hauses mit Busch fortsetzen könnten (Taxen von 5.000 bis 10.000 Euro). Bislang unbekannt war Heinrich Bürkels „Im Murnauer Moos“, wo ihn die Weite der Landschaft und ein gewaltiger Wolkenhimmel faszinierten, unter dem eine Ziegenhirtin winzig erscheint (18.000/24.000).

          Annibale Carracci, „Zwei männliche Studienköpfe“, Öl auf Papier, auf Leinwand aufgezogen, 28 mal 42 Zentimeter, Taxe 120.000/150.000 Euro.

          Honoré Daumiers „Familie auf der Barrikade“ nimmt vielleicht auf die Februar-Revolution von 1848 Bezug: Drei Menschen sieht man, die, eng beieinander, angespannt ein Geschehen außerhalb des Bilds verfolgen, pastos, kraftvoll und in groben Pinselstrichen gemalt (70.000/10.0000). Bevor die Druckgraphik in einem separaten Katalog mit Blättern von Cranach, Dürer, Rembrandt, Goya und auch Pissarro aufwartet, kommen rund 130 Zeichnungen des 16. bis 19.Jahrhunderts zum Aufruf, darunter „Don Juan vor der Schlacht von Lepanto“, von Guido Reni mit brauner Feder geschildert (30.000/40.000).

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