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Käufer von Klimt-Bild bekannt : Bezaubernde Gertrud

Wer kaufte Gustav Klimts Bildnis der Gertrud Loew? Das restituierte Porträt wurde im Juni bei Sotheby’s zugeschlagen. Sein neuer Besitzer soll es nun auf seiner Yacht aufbewahren.

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          Am 24. Juni wurde bei Sotheby’s in London Gustav Klimts hinreißend zartes „Bildnis Gertrud Loew (Gertha Felsöványi)“ versteigert, kurz nach einer Einigung zwischen der Klimt-Foundation in Wien, wo das als Raubkunst belastete Bild sich befand, und den Felsöványi-Erben.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Die Schätzung lag bei zwölf bis achtzehn Millionen, der Zuschlag erging bei 22 Millionen Pfund an eine Bieterin im Saal. Jetzt berichtet der Internetdienst Artnet unter Berufung auf die österreichische Tageszeitung „Der Standard“, dass es sich bei dem noch immer nicht offiziell genannten Käufer um den britischen Milliardär Joe Lewis handle, auf dessen Yacht „Avila“ sich das Gemälde diesen Angaben zufolge nun befinden soll.

          Lewis, Jahrgang 1937, machte sein Vermögen mit Finanztransaktionen; ihm gehören, über eine Unterfirma, zum Beispiel die Hauptanteile am englischen Premier-League-Fußballclub Tottenham Hotspur. Wenn die Informationen stimmen, hat Lewis eines der schönsten von Klimts begehrten Frauenporträts erworben.

          Sein „Bildnis Adele Bloch-Bauer I“ - genannt die „Goldene Adele“, der gerade Simon Curtis’ Film „Die Frau in Gold“ gewidmet war - erwarb 2006 in einem Privatverkauf Ronald Lauder für 135 Millionen Dollar; das berühmte Gemälde ist seitdem die Hauptattraktion in Lauders „Neuer Galerie“ in New York. Auch das „Bildnis Adele Bloch-Bauer II“ ist der Öffentlichkeit zugänglich; mit einem Hammerpreis von 78,5 Millionen Dollar im November 2006 in New York ist es bis heute das teuerste versteigerte Werk von Klimt. Es hängt als Leihgabe im New Yorker Museum of Modern Art; sein, noch immer anonymer, Besitzer ist nach Informationen dieser Zeitung jedoch nicht Ronald Lauder. Bleibt der Wunsch, dass auch das „Bildnis Gertrud Loew“ nicht auf Dauer weggesperrt wird.

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