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Die Messe photo basel : Die Dealer

Zwölf Quadratmeter reichen aus für die Kojen auf der photo basel und sorgen für eine familiäre Atmosphäre. Bild: photo basel

Nur wenige Gehminuten voneinander entfernt und doch durch Welten getrennt: Auf der photo basel präsentieren knapp vierzig Galerien die Zukunft der Fotokunst.

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          Glaubt man Sven Eisenhut, wurde während der Einladung zum Abendessen bei einer Galeristin in Paris die Größe der Stände für seine Fotomesse festgelegt. Schau, zeigte sie ihm ihre Küche, zwölf Quadratmeter reichen aus. So entstand das Maß der Kojen für die „photo basel“, kaum mehr als fünf Gehminuten entfernt von der Art Basel und doch Welten auseinander. Mit achtzehn Galerien wurde die Messe 2015 erstmals veranstaltet, in diesem Jahr sind 37 gekommen – vor allem aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich, dazu einige aus Osteuropa. Allmählich wird es eng im Volkshaus, wo die allesamt gleichen, weißen Kojen wie Honigwaben aneinanderkleben. „Bei 42 ist Schluss“, sagt Eisenhut. Mehr bekomme er nicht unter. Mehr vertrüge allerdings auch die familiäre Atmosphäre nicht, von der die Verkaufsschau geprägt ist.

          Freddy Langer
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das „Reiseblatt“.

          Präsentiert wird überwiegend Gegenwartsfotografie, ergänzt hier und da um Klassiker der Fotoreportage wie der Modefotografie der Nachkriegszeit. Dabei spiegeln sich im Angebot ebenso die weitgefächerten Interessen einer jungen Generation von Fotokünstlern über alle Genres hinweg wider wie die zahlreichen Möglichkeiten, die das Mediums bietet – von Experimenten mit Abzugstechniken aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu aufwendigen Digitalcollagen seltsamer Figuren oder sublimer Landschaften. Auffällig ist die hohe Zahl großer, mitunter wandfüllender Abzüge, die aufwendig gerahmt sind und oft überarbeitet wurden – eingerissen, beklebt oder zerknittert –, um ihnen Objektcharakter zu verleihen.

          Während die Preise für Fotografien auf der Art Basel längst im sechs- und sogar siebenstelligen Bereich liegen, bleiben sie hier moderat. Sven Eisenhut sagt denn ganz uneitel, dass sich die Besuchergruppen der beiden Messen nur zum geringen Teil überschnitten. Das Angebot im Volkshaus bezeichnet er als „Einstiegs-Kunstdrogen“. Den Galeristen hingegen bringt seine Mutter abends Kuchen aus ihrem nahegelegenen Café.

          Bis 26. September. Tageskarte 20,80 Franken.

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