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Johann Georg Pforr in Frankfurt : Seine Liebe zu den Pferden:

Mit dem Reiz des Unvollendeten: Werke und Studien von Johann Georg Pforr bei der Galerie Jörg Schuhmacher in Frankfurt.

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          Seinen früh verstorbenen Sohn, den Romantiker Franz Pforr, der 1812 im Alter von vierundzwanzig Jahren in Albano bei Rom der Tuberkulose erlag, kennen alle, die ein Herz für die Nazarener haben; des Jünglings Pforr bleiches Selbstporträt von 1810 bewahrt das Frankfurter Städel Museum. Doch wer kennt noch seinen Vater?

          Rose-Maria Gropp
          Redakteurin im Feuilleton.

          Auch er, Johann Georg Pforr, hatte kein langes Leben (1745 - 1798), und in dieser Spanne hat er sich in seinem Schaffen auf die Pferde kapriziert. Geboren als Sohn eines Gutspächters im niederhessischen Ulfen war er, gemäß romantisierender Überlieferung, schon früh von künstlerischem Verlangen erfüllt. Das erzählt der hübsche schmale Katalog der Frankfurter Galerie Jörg Schuhmacher, die derzeit ein Konvolut von gut fünfzig überwiegend Zeichnungen und Studienblättern Pforrs präsentiert, die aus privatem Besitz kommen.

          Johann Georg musste zunächst als Bergmann ins Bergwerk zu Richelsdorf, ehe er 1769 eine Anstellung als Porzellanmaler an der landgräflichen Porzellanmanufaktur zu Kassel fand. Noch einmal geht er zurück aufs elterliche Gut, ehe er, bereits zweiunddreißig Jahre alt, 1777 als Student in die von Landgraf Friedrich II. von Hessen-Cassel gegründete „Académie de Peinture et de Sculpture de Cassel“ eintritt. Johann Heinrich Tischbein d. Ä. wird sein Mentor. Pforr zieht 1781 nach Frankfurt und findet hier den erhofften Erfolg. Der erlaubt es ihm auch, Johanna Christiane Tischbein zu heiraten, die Schwester seines Förderers.

          Kaum eins der Blätter ist signiert, vielen ist der Zahn der Zeit anzusehen. Die Galerie hat sie dennoch, liebevoll gerahmt, sämtlich gehängt. Die zarten, manchmal bloß schemenhaften, manchmal halb durchgearbeiteten, selten ganz vollendeten Zeichnungen sind mit kleinen Preisen versehen; sie liegen zwischen 900 und 3600 Euro. Zwei elaborierte, auch signierte, Tuschzeichnungen sind mit 19.800 Euro angesetzt. Es gibt ein einziges der seltenen, einst sehr begehrten Ölgemälde. Fast immer sind die Sujets eben Pferde, oft in Bewegung, oft mit skizzenhaften Menschen. Diese mehr als zweihundert Jahre alten Zettel werden ihre Liebhaber finden - wie jenes eine Blatt, auf dem der traurigste alte Klepper der Welt auf stockfleckigem Papier steht, mit einem Blick, dass es Gott erbarme.

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