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Impressionismus und Moderne : Kartenspielen gegen die Konkurrenz

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Das war mehr als 107 Millionen Dollar für Munchs „Der Schrei“: Die Auktionen mit Impressionismus und Moderne in New York punkten mit ihren Spitzenlosen.

          Der Weltrekord von Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ bei einem Zuschlag von 107 Millionen Dollar (Taxe mehr als 80 Millionen) in der Auktion mit Impressionismus und Moderne von Sotheby’s stellte in den vergangenen Tagen alle New Yorker Ergebnisse in den Schatten. Ohne den „Schrei“ wäre auch der Gesamtumsatz von Sotheby’s nicht so überdurchschnittlich. Durch den höchsten jemals in einer Auktion erzielten Zuschlag aber erreicht das Haus einen zweiten Rekord: das beste Ergebnis für eine Auktion mit Impressionismus und Moderne überhaupt. Sotheby’s spielte insgesamt 330 Millionen Dollar an diesem Abend ein. Nach Losen bedeutet das einen Verkauf von achtzig Prozent, nach Wert 94 Prozent.

          Die Nebenschauplätze können sich aber ebenfalls sehen lassen. Wie also gingen die anderen Bietgefechte aus? Picassos etwas starre „Femme assise dans un fauteuil“ brachte 26 Millionen Dollar (20/30 Millionen), Mirós „Tête humaine“ aus dem Jahr 1931 fand für 13,2 Millionen (10/15 Millionen) einen neuen Liebhaber, und auch Gauguins auffallend reizvolles Gemälde mit blauen Bäumen und dem Titel „Cabane sous les arbres“ erfüllte die Erwartungen mit Bravour: Am Ende standen 7,5Millionen Dollar einer Schätzung von fünf bis sieben Millionen gegenüber. Die Konkurrenz von Christie’s wollte sich mit einer Studie zu Cézannes berühmten „Kartenspielern“ aus dem Schatten von Munchs „Schrei“ kämpfen: Das Aquarell „Joueurs de cartes“, wiederentdeckt in einer amerikanischen Privatsammlung, enttäuschte nicht, ließ seine untere Taxe hinter sich und wurde bei 19,1 Millionen Dollar an einen unbekannten Sammler zugeschlagen; die Schätzung lag bei fünfzehn bis zwanzig Millionen.

          Überraschender fiel das Ergebnis für „Les Pivoines“ von Matisse aus, das, geschätzt auf acht bis zwölf Millionen, erst bei siebzehn Millionen Dollar das letzte Gebot erhielt; es kam aus einer europäischen Privatsammlung. Auch Picassos „Le Repos“ von 1932 überstieg die obere Taxe von sieben Millionen und wurde schließlich für 8,75 Millionen Dollar zugeschlagen: diesmal gab ein amerikanischer Sammler das höchste Gebot ab. Unter den Spitzen blieben nur Monets „Les demoiselles de Giverny“ von 1894 unter der Taxe von neun bis zwölf Millionen Dollar; am Ende standen 8,5 Millionen Dollar zu Buche. Die Auktion mit Impressionismus und Moderne bei Christie’s spielte insgesamt 117 Millionen Dollar ein. Nach Wert sind das 96 Prozent, neunzig Prozent nach Losen.

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