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Im Müll von Gerhard Richter : Wem gehören weggeworfene Kunst-Skizzen?

  • Aktualisiert am

Der Künstler Gerhard Richter hielt einige seiner Skizzen für misslungen und warf sie in den Müll. Das Kölner Amtsgericht entschied, sie seien trotzdem sein Eigentum. Bild: dpa

Ein Mann nimmt weggeworfene Skizzen aus der Altpapiertonne des Künstlers Gerhard Richter und bietet sie zum Verkauf an. Das ist Diebstahl, urteilte jetzt ein Kölner Gericht, und belegte den Mann außerdem mit einer Geldstrafe.

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          Weil er vier weggeworfenen Skizzen aus der Altpapiertonne des Künstlers Gerhard Richter nahm, wurde ein 49-Jähriger Mann nun wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 3150 Euro verurteilt. Das Kölner Amtsgericht sah es bei der Hauptverhandlung am Mittwoch als erwiesen an, dass der Angeklagte die Bilder im Juli 2016 mitgenommen hatte und sie verkaufen wollte.

          Richter hatte die vier Bilder, die er selbst für misslungen hielt, in der Altpapiertonne vor seinem Haus entsorgt. Der 49-Jährige Angeklagte hatte bei der Polizei ausgesagt, er habe die Bilder auf  Straße gefunden, weil der Papiercontainer bei einem Sturm umgefallen sei. Nach der Auffassung des Gerichts waren die Skizzen jedoch noch immer Eigentum des Künstlers. „Er hatte den Willen, die Bilder zu entsorgen“, sagte die Richterin.

          Auch wenn die unsignierten Bilder auf dem legalen Kunstmarkt nach Angaben von Experten nicht verkäuflich seien, seien sie nicht wertlos, sagte die Richterin. Der genaue Wert sei nicht zu ermitteln, laut Anklage liegt er geschätzt bei rund 60.000 Euro. Die Werke Richters zählen auf dem internationalen Kunstmarkt zu den teuersten eines lebenden Künstlers.

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