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Gegenwartskunst : Erfindergeist

  • -Aktualisiert am

Glatt gespachtelt und in Lackrot, Leuchtrot und Magenta fein koloriert: In der Kölner Galerie Schmidt Maczollek sprudeln noch bis zum 9. Januar die Farben des amerikanischen Künstlers David Reed.

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          „Andrea Lilli - Denkt über diese Arbeit nach“ steht in Versalien über einem zartgelben Getüpfel; ein etwas verzagteres „Eyes Come Back“ zeugt dagegen vom vergeblichen Versuch des Künstlers David Reed, seiner säulenhohen und überschlanken Abstraktion „# 548“ den ungewollten Blick auszutreiben. Im Büro der Galerie Schmidt Maczollek kann man viel über die jahrelange Arbeit des Amerikaners an seinen Gemälden erfahren. Die Galeristinnen haben ihrer ersten Einzelausstellung von David Reed die Skizzen vorangestellt, die, oft über Jahre, ihr Entstehen begleiten: Die Blätter sind Zustandsbeschreibung, Notiz, Hausaufgabe, Fieberkurve, Skizzenbogen und Tagebuch in einem (2500 bis 3500 Euro).

          Es ist offensichtlich, dass sich Reed in seinen Gemälden diesen Mustern und Formen annähert, sie aufspürt, ausprobiert und auch verwirft - da leuchten mal vier, fünf, sechs Schattierungen zwischen Lackrot, Leuchtrot und Magenta neben seinen charakteristischen Kringeln, die sich wie surrealistisch verfließende Ornamente des Barocks auf einem mit 66 mal 264 Zentimeter messenden Panorama mit dem Titel „# 549“ (90.000 Euro) offenbaren.

          Die zarten Schichten der dichten Oberfläche

          Was nach siebenjähriger Entstehungszeit als glatt gespachtelt, fein kolorierte, fast gespenstisch perfekte Abstraktion „# 432“ (50.000 Euro) vollendet war, wirkt in der Galerie offen und einladend, als könnte man seine dichte Oberfläche in zarten Schichten, einen Schleier nach dem anderen, enthüllen. „# 551“ (50.000 Euro) verließ in diesem Jahr nach nur zwei Jahren das Atelier und sieht aus wie eine Splatterversion: ein fast monochromer, nur durch zwei, drei Farbschwünge zerhäckseltes schwarzweißes Schneckenmuster.

          Die Galeristinnen Anke Schmidt und Iris Maczollek laden mit souveräner Geste ein, sich David Reeds Experimentierfreude anzuschließen.

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