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Gegenwartskunst : Drei Abende für Millionen Dollar

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Die Erwartungen für die New Yorker Auktionen mit Nachkriegs- und Gegenwartskunst sind enorm hoch gespannt. Dabei sind bei Christie’s, Sotheby’s und Phillips de Pury nicht wenige der Spitzenlose mit Garantien versehen: Viel Geld ist schon im Spiel.

          An die New Yorker Auktionen von Nachkriegs- und Gegenwartskunst knüpfen sich in der kommenden Woche höhere Erwartungen als an die Impressionisten und die Moderne. Sotheby’s erhofft für 76 Lose mehr als 200 Millionen Dollar, der Christie’s-Katalog umfasst 92 Lose für mindestens geschätzte 215,8 Millionen, und Phillips de Pury rechnet mit rund achtzig Millionen Dollar für 45 Lose.

          Direkt vor der regulären Abendauktion am 8. November veranstaltet Christie’s eine Sonderauktion mit Werken aus der Kollektion des philanthropischen Computer-Gurus Peter Norton. Er hat Arbeiten von Zeitgenossen wie Maurizio Cattelan, Yoshimoto Nara, Fred Tomaselli, Robert Gober und Christopher Wool gesammelt, von Sophie Calle, Barbara Kruger, Mona Hatoum und Kara Walker; neben den asiatischen sind auch afrikanische Künstler wie Wangechi Mutu und Yinka Shonibare dabei. Takashi Murakamis von neugierigen Pilzen bevölkerte Glasfaserplastik „DOB in the Strange Forest“ ist auf 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar taxiert, Paul McCarthy’s ratloser „Tomato Head (Green)“, umringt von Rechen, Karotten und anderen Utensilien, auf 1/1,5 Millionen Dollar. David Hammons’ hintersinnige Installation „On Loan“ aus dem Jahr 2000 besteht aus einem Wandhaken und einem Staubrand, daneben ist ein Zettel zu befestigen, der darüber informiert, dass das scheinbar fehlende Werk derzeit als Leihgabe unterwegs sei (Taxe 80.000/ 120.000 Dollar).

          Campbell’s-Suppendosen von Warhol

          Die reguläre Abendauktion mit zeitgenössischer Kunst bei Christie’s ist besonders reich an Werken der sechziger Jahre. Das Spitzenlos ist Roy Lichtensteins grandioses Bild „I can see the whole room! . . . And there’s nobody in it!“ von 1961: Als Betrachter möchte man dem kantigen Männergesicht, das da durch einen Türgucker schaut, am liebsten antworten: „Halt! Ich bin doch hier!“ Rund 122 mal 122 Zentimeter groß, war dies das Cover-Los bei der Auktion der Sammlung von Emily und Burton Tremaine bei Christie’s in New York 1988 - und brachte den damaligen Rekordpreis von 2,09 Millionen Dollar; seitdem blieb es in einer amerikanischen Privatsammlung. Jetzt ist es - versehen mit einer Garantie und einem unwiderruflichen Gebot - auf 35 bis 45 Millionen Dollar taxiert. (Derzeit steht der Höchstpreis für Lichtenstein, im vergangenen Jahr ebenfalls bei Christie’s erzielt, bei 42,6 Millionen Dollar.)

          Daneben serviert Christie’s weitere Leckerbissen der Pop-Art: Warhols Komposition aus vier Campbell’s-Suppendosen von 1962 ist noch gemalt, nicht als Siebdruck produziert (7/10 Millionen). Die ikonenhafte „Silver Liz“ ist 1963 entstanden, zu einer Zeit, als Warhol den Filmstar noch aus der Ferne bewunderte (16/18 Millionen); erst als Warhol später selbst berühmt war, freundeten sich die beiden an. Ein kleines Porträt von Liza Minelli, das er der Schauspielerin und Sängerin 1978 geschenkt hat, ist für 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar zu haben. Sowohl Christie’s als auch Sotheby’s haben den französischen Popkünstler Martial Raysse für ihre New Yorker Abendauktionen entdeckt. Christie’s bietet die Konstruktion „Raysseland“ nach einem Motiv von Lucas Cranach an, mit elektrischem Licht und einer Taxe von 1,5 bis zwei Millionen Dollar, samt Garantie und unwiderruflichem Gebot.

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