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Galerien für den Klimaschutz : Nachhaltig handeln

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Ist die nächste Reise wirklich nötig? Klimaschutz im globalen Kunsthandel beginnt bei der Wahl des Reiseziels und des Verkehrsmittels. Bild: dpa

Der internationale Kunsthandel wäre ohne Flugreisen undenkbar. Das sorgt für eine schlechte Klimabilanz und ein schlechtes Image. Ein neues Bündnis soll die Branche grüner machen.

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          Galeristen sind buchstäblich fliegende Händler, sie waren es zumindest bis zum Ausbruch der Pandemie. Künftig wollen sich manche aber selbst strenger zur Rechenschaft ziehen über den eigenen Reisemodus sowie überhaupt über den Verbrauch von Energie und Ressourcen in ihrer Branche. Gestartet 2020 in London als „Gallery Climate Coalition“, verzeichnet das Bündnis um Heath Lowndes, den Managing Director und Ausstellungskoordinator der Thomas Dane Gallery, nach kurzer Zeit bereits mehr als 150 internationale Galerien. Nun meldet die Allianz Zuwachs mit einer Zweigstelle in Berlin: zeitlich passend zum europäischen Entschluss, die Vorgaben der Pariser Klimakonferenz von 2015 ambitionierter zu fassen und den CO2-Ausstoß bis 2030 um mindestens 55 Prozent statt nur 50 zu senken. Sinnfällig beginnt dies im globalen Kunstbetrieb bei der Wahl von Reisezielen und Verkehrsmitteln und reicht bis zur bedachten Nutzung und Wiederverwendung von Technik, Accessoires und Verpackung, die für eine Ausstellung aktueller Kunst unerlässlich sind.

          Ganz und gar zeitgemäß

          Die Plattform versteht sich als Informationsbörse und atmet einen pragmatischen, zupackenden Geist. Mit wenigen Klicks lässt sich errechnen, welche Emissionen zum Beispiel bei unterschiedlichen Frachtgewichten auf Straße, Schiene und in der Luft anfallen. Unter dem Rubrum „Materialien“ eröffnen sich Angebote zum Leihverkehr für jedweden Ausstellungsbedarf – als da wären gebrauchte Rahmen, Monitore, Acrylglaszuschnitte, Lautsprecherboxen, Vitrinen, ein weiß lackierter Sockel. Oder ein betagter Kodak-Diaprojektor, ausgestattet mit Timer und Karussellfach – alles online zur Auswahl gestellt, in diesem Fall unter anderem verfügbar über die Galerie Chert Lüdde, die sich mit einigen Kollegen der Initiative federführend in der deutschen Hauptstadt angeschlossen hat und ansprechbar ist. Merke: Nicht alles muss wieder und wieder neu produziert werden, manches, was im Depot lästig wird (und Kosten verursacht), ist gerade andernorts dringend vonnöten. Auch so geht Klimaschutz. Rund sechzig Künstlerinnen und Künstler sowie mehrere Dutzend weitere Personen sind der Initiative inzwischen beigetreten. Die hoffentlich noch größer werdende Koalition der Willigen erscheint nachhaltig, ganz und gar zeitgemäß.

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