https://www.faz.net/-gyz-zhx2

Meredyth Sparks in Berlin : Drinnen waltet sie

Meredyth Sparks macht aus Silberlöffeln eine Kette, aus Heizkörpern ästhetische Gemälde. Ihre Arbeiten sind Hommagen an die Häuslichkeit: „Striped Bare“ heißt ihre Ausstellung bei VeneKlasen/Werner in Berlin.

          1 Min.

          Sie heißen extractions - was der Aufguss bedeuten kann, aber auch die Auskopplung oder der Auszug -, und sie sind dabei selbst doch bildschön anzusehen, überhaupt in Serie gehängt, vollkommen ästhetisch. Ihre Titel beziehen sie von den Namen für die aufwendigen Muster der Stoffbespannungen, die für sie vernäht sind mit den Leinwandstücken, auf die die Heizkörper aufgedruckt sind.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Die Berliner Galerie VW, deren Namengeber Gordon VeneKlasen, Direktor der New Yorker Michael Werner Gallery, und Michael Werner selbst sind, zeigt unter dem geheimnisvollen Vorzeichen „Striped Bare“ Arbeiten der New Yorker Künstlerin Meredyth Sparks. Dass sie sich damit beschäftige, was Frauenarbeit sei, glaubt man gern, und dann lassen sich ihre Schöpfungen als scharfsinnige Hommagen an häusliche Tätigkeiten und Ausstattungen erkennen - mit sorgsamem Sticheln, wie bei den extractions, oder mit schillernden Basteleien, wie bei der grazilen „Figure Three. Untitled“, die Silberlöffel zur Kette im Raum fügt, und bei der „Figure One.

          The Baroness's Bucket“ (10.000 Dollar), die über einem schwarzen Metalleimer, der wie ein Hut auf einem Ständer sitzt, beharrlich tropfend einen Eisblock schmelzen lässt: als Liebeserklärung an weibliche Exzentrik - surreal, komisch, unberechenbar. Jedoch eines ist sicher: Harmlos sind die Werke der Meredyth Sparks nicht. Sie sind ganz feine Fallen.

          Weitere Themen

          Ein filmisches Denkmal für Vergewaltigte

          Kosovo-Krieg : Ein filmisches Denkmal für Vergewaltigte

          „Ich glaube an die heilende Kraft der Leinwand“: Eine Begegnung mit Lendita Zeqiraj, einer Künstlerin aus dem Kosovo, deren Filme von Frauen und der Gewalt gegen sie handeln, vor allem im Krieg.

          Künstler isst 120.000 Dollar teure Banane Video-Seite öffnen

          Festnahme : Künstler isst 120.000 Dollar teure Banane

          Auf der Art Basel in Miami hat ein Performance-Künstler eine an die Wand geklebte Banane aufgegessen, die ein Werk des Italieners Maurizio Cattelan und bereits für einen sechsstelligen Betrag verkauft worden war.

          Topmeldungen

          Ist die Welt noch zu retten? Eine Frau bei einer Demo in Lissabon.

          Raus aus der Klimakrise : „Moralappelle bringen nichts“

          Der Kölner Spieltheoretiker und Verhaltensökonom Axel Ockenfels erklärt im Interview, wo der Knackpunkt im Klimakonflikt liegt – und auf welcher Grundlage das Problem von der Weltgemeinschaft gelöst werden könnte.

          Muhammad Bin Salmans Pläne : Der Ölprinz mit der Billion

          Er ist jung und braucht das Geld: Der saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman bringt den weltgrößten Ölkonzern Saudi Aramco an die Börse. Damit will er nicht nur das Land reformieren, sondern auch die eigene Macht sichern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.