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Galerien in der Lower East Side : An der Bowery wird die Kunst erfunden

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Goldgräberstimmung in der Lower East Side: Der Stadtteil Manhattans ist schon jetzt eine ernstzunehmenden Alternative zum hippen Chelsea. Ein Blick auf das vitalste Galerienquartier New Yorks.

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          Noch vor drei Jahren sah alles danach aus, als würde die Lower East Side das neue Chelsea, New Yorks erste Adresse für Galerien. In den ersten Monaten, nachdem das New Museum an der Bowery eröffnet hatte, herrschte an der Lower East Side Goldgräberstimmung. Es schien, als böte das Viertel mit seinen niedrigen Mieten die ideale Alternative zum überfüllten und überteuerten Galerienquartier mit Quadratmeterpreisen bis zu hundert Dollar weiter nördlich.

          Als einer der ersten richtete sich ein Big Player wie die Galerie Lehmann Maupin auf mehreren Etagen eine Downtown-Filiale an der Chrystie Street ein; gleichzeitig errichteten viele andere Galerien wie Simon Preston oder White Box die altbekannten mannshohen Theken, hinter denen die Mitarbeiter verschwinden: Ein zweites Chelsea schien in greifbarer Nähe. Doch dann kam der Wirtschaftscrash, und viele hochtrabende Neu- und Zweiteröffnungen downtown, wie etwa von Hauser und Wirth, wurden nicht mehr realisiert.

          Nun scheint die Krise zumindest für den New Yorker Kunstmarkt überstanden, und seit etwa einem Jahr sortiert sich die Szene an der Lower East Side mit Hochdruck neu. Mittlerweile finden sich im Gebiet zwischen Canal Street, Bowery und East Houston Street an die hundert Galerien - noch vor drei Jahren war es kaum eine Handvoll. Die Galerie von Michele Maccarone, die von 2001 an auf der Canal Street zu Hause war, ist zwar längst ins West Village gezogen; doch von Künstlern gegründete Projekträume wie Reena Spaulings oder Canada gibt es nach wie vor. Auch die Zahl der hier ansässigen Kunsthändler hat sich in den vergangenen drei Jahren locker verzehnfacht.

          Neben etablierten Galeristen wie dem ehemaligen Filmemacher Miguel Abreu, der konzeptionelle Positionen vertritt, darunter die Fotografin Liz Deschenes oder Pieter Schoolwerth mit seiner Malerei über Malerei, formiert sich eine ständig wachsende Zahl winziger „Storefront Galleries“ in ehemaligen Ladenlokalen.

          Hohe Räume für monumentale Malerei

          Auf der Orchard Street zeigen „Invisible Exports“ in einem ungefähr zwei Meter breiten und vier Meter langen vormaligen chinesischen Elektrogeschäft Ausstellungen, die stets zu überfüllten Events werden. Hier hält zum Beispiel der schrille britische Gender-Künstler Genesis Breyer P-Orridge regelmäßig Hof, wenn er seine neuesten Projekte und sich selbst ausstellt.

          Die Orchard Street hat sich in den vergangenen Monaten zur dichtbesiedelten Galerienmeile entwickelt, die zu den Saisoneröffnungen in diesem Herbst neuen Auftrieb bekam: Im Erdgeschoss eines noblen, von Andrew Ong geplanten Apartmentneubaus eröffneten „Rental“-Gründer Joel Mesler und die ehemalige White-Cube-Mitarbeiterin Carol Cohen „Untitled“, die mit 220 Quadratmetern und sieben Metern Deckenhöhe gegenwärtig für die monumentale Malerei des 1982 geborenen amerikanischen Künstlers Matthew Chambers ausreichend Platz bietet.

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