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Galeriejubiläum : Er hörte auf seine Künstler

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Die Galerie Schmela in Düsseldorf feiert ihre Gründung vor fünfzig Jahren mit einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Der Gründer Alfred Schmela schrieb mit großen Namen Kunstgeschichte.

          Ein halbes Jahrhundert, das klingt gesetzt und gediegen. Doch es ist die Düsseldorfer Galerie Schmela, die das Jubiläum feiert. Deshalb hat die Galeristin Ulrike Schmela nicht den Querschnitt großer Namen - für solche ist die von ihrem Vater Alfred gegründete Galerie eine erste Adresse - aufs Programm gesetzt, sondern zeitgenössische Kunst. Hedwig Eberle, Ariane Kollar und Roman Lang sind drei Maler der jüngsten Generation, ein spannungsvolles Miteinander; denn alle drei malen ungegenständlich. „Dafür stehe ich heute“, sagt Ulrike Schmela, „zum 25. Jubiläum haben wir eine Rückschau auf unser Programm veranstaltet, aber das wird inzwischen viel zu teuer.“ Tatsächlich könnte heute wohl nur ein Museum eine solche Retrospektive ausrichten, so bedeutend und wertvoll ist die Kunst, die in der Galerie ausgestellt und gehandelt wurde. Fünfzig Jahre Schmela - das ist eine Sichtung der internationalen Kunstgeschichte der Nachkriegszeit.

          Eröffnung mit Yves Klein

          Mit einer Ausstellung monochromer Bilder von Yves Klein eröffnete Alfred Schmela im Frühling des Jahrs 1957 seinen winzigen Galerieraum in der Düsseldorfer Altstadt. Eigentlich hatte er, der selbst Maler war, mit Antoni Tàpies seinen Einstand geben wollen, aber der musste aus Termingründen vorerst absagen. Norbert Kricke, ein Freund, gab Schmela den Hinweis auf den damals noch vollkommen unbekannten Franzosen, von dem er selbst spontan in Paris eine kleine Arbeit gekauft hatte. Was im kollegialen Miteinander der Maler seinen Anfang nahm, sollte fortgesetzt werden. Alfred Schmela hörte auf seine Künstler - und so fanden früh Jean Tinguely, Lucio Fontana, Arman, Robert Filliou oder Gordon Matta-Clark den Weg nach Düsseldorf. Zu seinem Programm gehörte gleichzeitig die erste Reihe deutscher Nachkriegskunst: Joseph Beuys und Konrad Klapheck, Gerhard Richter, die Zero-Künstler, Hans Haacke und Jörg Immendorff. In den sechziger Jahren interessierte sich Schmela als einer der ersten deutschen Galeristen für amerikanische Malerei. Er zeigte Kenneth Noland und Morris Louis.

          In Familienhand

          Seit Alfred Schmelas Tod im Jahr 1980 führt die Galerie seine Tochter Ulrike, die eigentlich an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Fritz Schwegler und Gerhard Richter Malerei studierte. Vermutlich ist es ganz im Sinne ihrer Eltern, wenn sie heute aus deren einstigem Programm nur noch Sigmar Polke und Richard Tuttle vertritt. Denn die eigentliche Tradition der Galerie besteht darin, dem Neuen und Unerprobten einen Raum zu geben.

          Galeriearchiv am Getty Institute

          Das Archiv dieses Ausnahme-Kunsthandels ist seit kurzem Teil des amerikanischen Getty Research Institute in Los Angeles: „Eine Entscheidung, die sicher auch im Sinne meiner Mutter gewesen wäre“, kommentiert das Ulrike Schmela, die mehr als 180 Kisten mit Tausenden von Briefen, Skizzen, Fotografien, Katalogen und Kritiken, die zwischen den fünfziger und achtziger Jahren sorgsam abgelegt wurden, an das Forschungszentrum des J. Paul Getty Trust verkauft hat. Auch das Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels in Köln hatte an dem wertvollen Bestand früh sein Interesse bekundet. Nach langen Verhandlungen aber, so heißt es aus dem Zentralarchiv auf Anfrage, entschied sich die Galeristin für das Angebot des Getty-Instituts. Dort liegen nun Raritäten - wie die Preisliste einer frühen Yves-Klein-Ausstellung in der Galerie. Damals kostete eine Arbeit von Klein noch 300 Mark.

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