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Fotografie in Berlin : Die ganze Welt ist ihm genug

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          Wer schon einmal dabei war, wenn Frank Röth seine Bilder gemacht hat, konnte erleben, dass er sie mit großer Ruhe und Geduld sucht, ohne jegliche Aufgeregtheit. In der Galerie Taube in Berlin sind jetzt seine präzisen Arbeiten von 1993 bis 2006 in der Ausstellung „Von Prag nach Paris“ zu sehen. Frank Röth hat seine frühen Jahre als Fotojournalist in Prag verbracht, bevor er 1995 begann, für diese Zeitung zu arbeiten.

          Rose-Maria Gropp
          Redakteurin im Feuilleton.

          Doch die Bilderreise, bei ihm konsequent in schwarz-weiß à la Barbara Klemm, beginnt in Moskau 1996; im Park des Sieges: Ein Mädchen in adrettem Kleid und mit weißer Schleife im Haar begutachtet ehrfurchtsvoll einen großen Stein mit russischer Inschrift.

          Von Hektik keine Spur

          Aus jedem der Motive spricht seine Persönlichkeit: Frank Röth verbreitet beim Fotografieren in keinem Moment jenes hektische Gefühl, der richtige Augenblick könne ihm entgehen, er müsse ihm quasi hinterherrennen. Diese Sicherheit findet sich dann in seinen Fotos wieder, die - auch wenn sie hohe Bewegung abbilden - niemals überstürzt wirken oder der Situation atemlos abgerungen. Frank Röths Fotos zeigen, gerade deshalb, die Lage, und sehr viele von ihnen sind in einem eminenten Maß erzählerisch.

          Die Gruppe der Männer, zum Beispiel, die sich mit den Gemälden beschäftigen, hätten sich schöner nicht zusammenfinden und dann aufreihen können: So geschehen bei der Vorbesichtigung zur Auktion des gesamten Inhalts von Schloss Duino in Friaul, wo einst die Fürstin Marie von Thurn und Taxis ihren Günstling, den Dichter Rainer Maria Rilke, beherbergte, auf dass ihm die „Duineser Elegien“ gelängen.

          Den Männern auf dem Foto, mit ihren skeptischen Blicken und ihrer betastenden Prüfung ist solche Schöngeistigkeit fern, für sie geht es hier um die eher rustikale Verwertbarkeit: Das Bild ist geradezu ein Inbegriff des Brocante-Handels geworden.

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