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Galerie Hans Mayer : Good-bye, nicht Adieu

  • -Aktualisiert am

Düsseldorfer Ausstand: Hans Mayer zieht um ins Schmela-Haus. Die letzte Ausstellung am alten Platz spiegelt die Vielfalt seiner Interessen.

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          Fast fünfzig Jahre lang hat Hans Mayer an diesem Ort in Düsseldorf, in unmittelbarer Nachbarschaft zur 1967 eröffneten Kunsthalle, sein Geschäft betrieben. In diesem Sommer, da er achtzig Jahre alt wird, zieht er noch einmal um. Quartier nehmen wird er dann im denkmalgeschützten Schmela-Haus, benannt nach seinem berühmten Kollegen, dem Beuys-Galeristen Alfred Schmela, das Mayer sich mit seinem Sohn Max Mayer und dessen Galerie teilen will. Das künftige Ausstellungsprogramm soll nach Bekunden der beiden einen Bogen zwischen den Generationen schlagen, „indem wir historische Positionen neu beleuchten und junge, zeitgenössische Kunst vorstellen“ – dies auch als Bekenntnis zum Standort Rheinland.

          Good-bye Grabbeplatz

          „Good-bye Grabbeplatz“ nennt Hans Mayer lakonisch seinen Ausstand in dem Ladenlokal, das er 1971 mit Werken von Georges Vantongerloo eröffnet hatte. In der Folge wurde hier, wie sich ohne Übertreibung feststellen lässt, Düsseldorfer Galeriegeschichte geschrieben. Vor allem ein Ereignis hat sich in die Annalen eingeprägt: Bei Hans Mayer waren sich 1979 Beuys und Andy Warhol begegnet; wie Warhol hatte der Galerist auch Keith Haring früh für den Kunstmarkt in Deutschland entdeckt. Und sein anfänglich Josef Albers und dem Konstruktivismus gewidmetes Programm kontinuierlich erweitert.

          Eine kleine Accrochage versammelt zum Abschluss am Grabbeplatz Werke, in denen sich die Vielfalt der Interessen des Galeristen spiegelt. Die Bandbreite reicht von Jürgen Klaukes surrealen Tableaux vivants aus der Serie „Heimspiel“ von 1990/92 (je 38.000 Euro) bis zu einer scharfkantige Abstraktion von Ulrich Erben (32.000 Euro). Den Akzent aber, wenn nicht gar den Paukenschlag setzt eine monumentale Skulptur von Robert Longo: Seine pechschwarze, fast vier Meter hohe und mehr als sieben Meter breite Wand aus gestapelten, angeflammten Holzbalken war 1990 als Reaktion auf den Ersten Irak-Krieg entstanden. Aus der Nähe gibt sich die mit Wachs bemalte Skulptur als amerikanische Flagge in der Nachfolge eines Jasper Johns zu erkennen – hochpathetisches, düsteres Memento Mori, das wie eine Stahlbramme à la Richard Serra in den Raum schneidet und sich vor den Galeriebesuchern wie eine unheilige Klagemauer erhebt, Die selten ausgestellte und bislang nie verkaufte Arbeit kostet 750.000 Euro. (Bis zum 29. Februar.)

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