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Frida Kahlo : „Raíces“: Ruhe, Frieden und Verbundenheit mit Mexiko

Die „Wurzeln“ kommen am 24. Mai bei Sotheby's in New York zur Auktion und sind mit einer Schätzung von fünf bis sieben Millionen Dollar versehen. Das Bild befand sich mehr als zwanzig Jahre in einer „nordamerikanischen Sammlung“, vermutlich von Marilyn O. Lubetkin im texanischen Houston.

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          Frida Kahlo (1907 bis 1954) ist die unbestrittene, umstrittene Königin einer kompromißlos idiosynkratischen Bildwelt. Kein Wunder, daß der selbstverliebte Großmeister André Breton ihr 1939 eine Ausstellung in der Galerie von Pierre Colle in Paris ausrichtet und daß er 1940 zwei ihrer Werke, „Die zwei Fridas“ und „Verwundete Tafel“, in die Internationale Surrealisten-Ausstellung in Mexico City aufnimmt.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Aber wenngleich Kahlo mit dem Kreis der Surrealisten Berührung hatte, gehört sie nicht zu ihnen: Tatsächlich hat diese Autodidaktin als erste Künstlerin eine weibliche Ikonographie geschaffen, die sich nicht an Traum und Phantasie, sondern an der schmerzhaften Wirklichkeit ihres von der Kinderlähmung und einem Unfall entstellten Leibs ebenso orientiert wie an dem Bedürfnis, diesen zu verzieren mit Schmuck und Tieren - und an einem grenzwertig exaltiert-exhibitionistischen Gefühlshaushalt.

          Hochzeit vor dem Niedergang

          Den Aggregatzustand einer geerdeten, durchpulsten Verbundenheit mit ihrer mexikanischen Heimat hält „Roots“ fest, eines der berühmtesten Werke Kahlos. Sie malte das - auch als „Raíces o El Pedregal“ (Pedegral ist ein Lavafeld am Fuß des Vulkans Ajusco) bekannte - Bild 1943 auf eine gerade dreißig mal fünfzig Zentimeter kleine Metalltafel. Es ist eines ihrer raren Selbstporträts in Ganzfigur und singulär in dieser ruhenden Lage, mit der Kahlo die befriedete Verfassung nach ihrer Wiederheirat mit Diego Rivera im Dezember 1940 festhält - für nur kurze Zeit, ehe ihr Niedergang in Krankheit und Drogensucht begann.

          Die „Wurzeln“ kommen am 24. Mai bei Sotheby's in New York zur Auktion und sind mit einer Schätzung von fünf bis sieben Millionen Dollar versehen. Es ist zu vermuten, daß das kleine starke Bild diese Marge übersteigt: Teuerstes Werk Kahlos ist zur Zeit ein schwächeres Selbstbildnis von 1929, das bei Sotheby's im Mai 2000 einem ungenannten Amerikaner bei 4,6 Millionen Dollar zugeschlagen wurde, taxiert auf drei bis vier Millionen.

          Ihm folgt ein „Selbstbildnis mit Affe und Papagei“ von 1942 aus der einstigen IBM-Sammlung, das 1995 bei Sotheby's zum Aufruf kam; der argentinische Geschäftsmann Eduardo Constantini bot dafür 2,9 Millionen Dollar. „Roots“ nun befand sich laut Katalog mehr als zwanzig Jahre in einer „nordamerikanischen Sammlung“, vermutlich in der Kollektion von Marilyn O. Lubetkin im texanischen Houston. Als Vorprovenienzen verzeichnet „Frida Kahlo. Das Gesamtwerk“ (1988) Eduardo Morillo Safa, er und seine Frau Rosita waren Bekannte Frida Kahlos; Dolores Olmedo-Patiño, in deren Hände Kahlos Nachlaß über Diego Rivera gelangte; und Sotheby's (ohne Jahresangabe).

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