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Französisches Kunsthandwerk : Sonnenköniglich: Möbel der Sammlung Wildenstein bei Christie's in London

  • -Aktualisiert am

Am 14. und 15. Dezember versteigert Christie's in London die Sammlung Wildenstein: 400 Spitzenstücke des französischen Kunsthandwerks aus der Zeit von Louis XIV bis Louis XVI.

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          „Liebt Frankreich und geht in den Louvre“ lautete der Rat des Kunsthändlers und Sammlers Nathan Wildenstein, des Begründers der berühmten Wildenstein-Dynastie, an seine Kinder und Enkel. Und sie folgten diesem Kredo: Im Hôtel de Wailly, dem Pariser Domizil der Familie, entstand unter Nathans Sohn Georges - in einer Zeit, als die kunsthistorische Disziplin noch in ihren Anfängen steckte - eine renommierte Einrichtung zur Erforschung der französischen Kunst. Von 1922 an begann Georges mit der Herausgabe der Werkkataloge zur französischen Malerei, die zu einem unausweichlichen Referenzmedium für den Kunstmarkt geworden sind. Er begründete auch die Bibliothek und das Archiv, die Herzstücke des heutigen Wildenstein-Institutes.

          Der Forschungseinrichtung wird es in dem Pariser Stadtpalast mittlerweile zu eng, dessen Räume Nathan Wildenstein einst reich mit Mobiliar des Ancien Régime bestückte, um die hier ausgestellten französischen Gemälde des 18. Jahrhunderts potentiellen Käufern in anregendem Ambiente zu präsentieren. Um eine Erweiterung und Modernisierung zu finanzieren, trennen Alec und Guy Wildenstein sich nun von der Möbelsammlung ihres Urgroßvaters: Am 14. und 15. Dezember versteigert Christie's in London diese 400 Spitzenstücke des französischen Kunsthandwerks aus der Zeit von Louis XIV. bis Louis XVI.

          Unter den am höchsten geschätzten Losen befindet sich ein Schreibpult mit Marketerie-Furnieren aus braunem Schildkrötenpanzer mit Messingeinlagen. Um 1710 schuf André-Charles Boulle, der Kunstschreiner des Sonnenkönigs, diesen prächtigen Tisch, der nun auf 2,3 bis 4,4 Millionen Euro taxiert ist. Als im späten 18. Jahrhundert der Louis XIV-Stil wieder in Mode kam, verwerteten die Möbelschreiner und -händler aus dem Hause Julliot alte Teile von Boulle-Möbeln für neue Kreationen - so geschehen bei der Kommode, deren obere Taxe 1,5 Millionen Euro beträgt. Nach Kartons von François Boucher wurden einige Tapisserien mit pastoralen und mythologischen Sujets gefertigt; für die wertvollsten unter ihnen werden bis zu 74 000 Euro erwartet.

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