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Fotografie : Bei Licht betrachtet: Rechtsprobleme beim Handel mit Fotografien

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Der Jurist, der sich mit den Rechtsproblemen künstlerischer Fotografie befaßt, betritt oftmals rechtliches Neuland. Dabei gibt es für andere Bereiche der seriellen Kunst - insbesondere für die Druckgraphik - schon seit längerem juristische Grundsätze, die auch auf die Fotokunst Anwendung finden können.

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          Die Geschichte der Fotografie ist, verglichen mit der Geschichte der bildenden Kunst, relativ jung. Die Anfänge der Fotografie liegen etwa in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts; den Beginn bestimmt man mit dem Jahr 1839. Damals wurde erstmalig die Daguerreotypie des Louis Jacques Mandé Daguerre als ein fotografisches Verfahren der Öffentlichkeit vorgestellt. Daguerres Leistung bei der Erfindung der Fotografie war umstritten ob der Rolle von Nicéphore Niépce im Jahr 1833, dessen Experimente Daguerre nach Niépces Tod weiterentwickelte.

          In raschen Abständen folgten weitere Techniken wie die direkten Positivbilder des Hippolyte Bayard (1839) und die Kalo- oder Talbottypie des William Henry Fox Talbot (1840) sowie die Entwicklung des Albuminpapier-Verfahrens durch Louis Desiré Blanquart Evrard (1850). Bis heute haben sich seither die Verfahren der Herstellung von Fotografien beständig und in einem rasanten Tempo gewandelt und weiterentwickelt. Man vergegenwärtige sich allein den Übergang der Positivverfahren (Silber-/Eisensalz-, Dichromat-, Diffusions-, Farbabsaug- und Silberfarbbleichverfahren) über die Negativverfahren (Salzpapier, Kollodiumplatte, Gelatineplatte/-film, Farbnegativfilm) zu den heutigen digitalen Techniken.

          Private Sammler und risikofreudige Händler

          Eine erste Fotografie-Ausstellung von Hippolyte Bayard fand bereits am 24. Juni 1839 in Paris statt. Seit 1946 besteht die Fotografie-Sammlung des Museum of Modern Art in New York. Auch die Museen in Europa beginnen sich nun langsam, wenn auch spät auf einem bereits hochpreisigen Markt, für dieses Sammlungsgut zu interessieren. Es waren private Sammler, die früh schon die Einzigartigkeit der Kunstform Fotografie erkannt haben und die nun im Besitz der qualitativ hochwertigsten Sammlungen sind. Ohne die entsprechenden mutigen und risikofreudigen Händler, die oft genug sehr einsam um die Anerkennung dieser Kunstform gekämpft haben, wäre diese Entwicklung undenkbar.

          Das Jahr 1970 als Trennlinie

          Ein ernstzunehmender Markt entwickelte sich für Fotografie erst seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, obgleich Fotografie durchaus zuvor schon gesammelt wurde. So gilt die Zeit um das Jahr 1970 als Trennlinie zwischen zeitgenössischer und historischer Fotografie. Da viele Fotografen vor dieser Zeit kein ausgeprägtes Bewußtsein des eigenen Marktwerts hatten und damit meist keine eigenständig definierte Höchstzahl von Abzügen festgelegt hatten, behilft man sich für die Zeit vor dem Jahr 1970 mit dem Begriff des „Vintage“. Solche „Vintage Prints“ sind nach allgemeinem Verständnis in der Fotografie Abzüge, die unmittelbar nach Entstehung der Negative vom Fotografen selbst oder unter seiner Aufsicht hergestellt und die von ihm selbst signiert, datiert, gestempelt, mit einem Prägestempel geprägt oder mit einer Archivnummer versehen worden sind, gleich in welchen Formaten und auf welchem Trägermaterial. Diese Vintages sind insofern für diesen Zeitraum die „Originale“ der Kunstform Fotografie, da prinzipiell beliebig viele Abzüge von einem Negativ hergestellt werden könnten. Manche gehen von bis zu dreißig, andere lediglich von „zwei Handvoll“ Exemplaren aus. Ein Original ist dabei das vom Künstler selbst geschaffene, nicht reproduzierte Exemplar.

          Für den Zeitraum nach etwa 1970 arbeiten die Künstler jetzt mit definierten Auflagen. Diese müssen signiert - also mit der Unterschrift des Künstlers versehen - und mit der Auflagenhöhe samt konkreter Nummer dieser Auflage sowie unter Umständen dem Namen des Motivs bezeichnet sein. Da die Fotografie theoretisch ein endlos reproduzierbares Medium ist, lebt der Markt von klein gehaltenen Editionen. Diese künstliche Verknappung erhöht zweifellos auch den Sammlerwert der Gattung Fotografie.

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