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Fälschungen in der Eremitage? : Oje, Fabergé!

Die Eremitage in St. Petersburg. Bild: dpa

Ein Londoner Kunsthändler vermutet Fälschungen in der Fabergé-Austellung in St. Petersburg. Die fraglichen Stücke gehören Sammlern mit Verbindungen bis „ganz nach oben“.

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          Es klingt wie ein halbes Schuldeingeständnis: Der Generaldirektor der Petersburger Eremitage, Michail Piotrowski, kündigte an, die zweifelhaften Werke der Fabergé-Ausstellung, die noch bis zum 14. März in seinem Haus zu sehen ist, würden auf ihre Echtheit hin überprüft. Piotrowski steht unter Druck, seit der Londoner Kunsthändler Andre Ruzhnikov ihm vorwarf, die Schau präsentiere neben Originalen der Eremitage und der Schlossmuseen Peterhof und Pawlowsk rund zwanzig Fälschungen aus Privatmuseen zweier russischer Sammler, die Präsident Putin nahestehen. Die eklatanteste Fälschung soll das angeblich 1904 zum zehnten Hochzeitstag des Zarenpaars angefertigte Osterei mit Bildnismedaillons von Nikolai II. und seinen Töchtern Maria und Anastasia sein. Denn 1904 habe Fabergé, wie auch 1905, wegen des russisch-japanischen Kriegs kein Zaren-Ei hergestellt, ergab eine Recherche der BBC; außerdem lägen den Medaillon-Bildnissen der Mädchen spätere Fotos aus den Jahren 1910 und 1906 zugrunde.

          Kerstin Holm
          Redakteurin im Feuilleton.

          Falsch sei auch das Ei „Hühnchen“ mit einer goldenen Henne im Innern, dessen 1885 geschaffenes, weitaus feiner gearbeitetes Original im Petersburger Fabergé-Museum zu bewundern ist, ebenso wie das Osterei zum fünfzehnten Hochzeitstag von Nikolai II. und Alexandra, dem die auf 1904 datierte Fälschung mit den Porträts ähnelt. Abgekupfert sei zudem die aus Halbedelstein geschnittene Figur eines Soldaten, der sich eine Zigarette anzündet. Dessen Original befindet sich im Moskauer Mineralogischen Museum der Akademie der Wissenschaften; sein Kustos bezeichnete die Qualität der Kopie als „beleidigend für Fabergé“. Der dubiose Soldat entstammt dem Fabergé-Museum in Baden-Baden, das der russische Unternehmer Alexander Iwanow gemeinsam mit dem Oligarchen Konstantin Goloschtschapow gegründet hat, einem Jugendfreund des Präsidenten, der auch als „Putins Masseur“ bezeichnet wird. Goloschtschapows Petersburger „Museum für christliche Kultur“ gehört zudem das womöglich nachgemachte „Hühnchen“. Er könne sich schwer vorstellen, schreibt Ruzhnikov, dass der Direktor Piotrowski mit seinen Verbindungen bis ganz nach oben derart erpresst werden könne, dass er deswegen das Ansehen des ihm anvertrauten Museums ruiniere.

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