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Evi Keller in Paris : Die mit dem Licht spielt

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Die neue Schau der Künstlerin Evi Keller ist in der Galerie Jeager Bucher zu sehen: Wie metallische Tapisserien hängen die großformatigen Folien von „Matière-Lumière“ im Raum - ihre Transparenz lässt sie herrlich schimmern.

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          Wie zwei Schmetterlingsflügel liegen die beiden Räume der traditionsreichen Galerie Jaeger Bucher - sie feiert ihr neunzigjähriges Bestehen - an einem Innenhof im Marais-Viertel. Im einen Galeriebereich gleißen Evi Kellers Werke geheimnisvoll im Halbdunkel, auf der gegenüberliegenden Hofseite schillern sie als faszinierende Farbspiele im Tageslicht. Fotografie und Performance standen lange Zeit im Mittelpunkt von Evi Kellers künstlerischem Werdegang. Mit ihrer ersten Einzelausstellung überschreitet sie die Grenzen und verwendet Fotografie, Video, Malerei und Installation, um eine ganz eigene Form zu entwickeln, die sie „Matière-Lumière“ nennt.

          Die 1968 in Deutschland geborene, seit zwanzig Jahren in Frankreich lebende Künstlerin hat etwas von einer zeitgenössischen Alchimistin, die Quantenphysik in Kunst überführt. Mit ihren Arbeiten fängt sie jenen Moment ein, in dem sich Materie auflöst und als Licht manifestiert - und umgekehrt Licht erst das Entstehen von Materie ermöglicht. So wird Natur in ihren Fotografien und Videoarbeiten zu einem abstrakten lebendigen Clair-obscur, zu vibrierender, in ständiger Transformation befindlicher Lichtmaterie, in der sich Naturschönheit als spirituelle Erfahrung zeigt.

          In ihren jüngsten Arbeiten entwickelt Evi Keller eine neue Technik, um Licht und Materie als reinen künstlerischen Ausdruck zu etablieren. Zwischen vielen Lagen schillernder Frischhaltefolie fängt sie Farbpigmente, Tusche und Lacke ein. Bei diesen großformatigen GemäldeVorhängen wird die Leinwand durch Transparenz ersetzt. Je nach Lichteinfall verändert sich die farbliche Materie in diesen Folien-Tapisserien, die auch zu Installationen werden können. Das Paradoxe ist, dass sie zunächst schwer und metallisch wirken, ein Lufthauch aber ihre Leichtigkeit verrät. Dann wehen diese Lichtbilder wie feine Häute. Transparenz und Farbmaterie projizieren schimmernde Lichtspiele an die Wände: kosmischer Reigen kleinster Teilchen oder Blick in die Tiefe des Universums?

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