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Ergebnisse : Vergils Grab

  • -Aktualisiert am

Das Auktionshaus Ketterer blickt auf einen guten Frühling zurück. So versiebenfachte Carl Morgensterns Gemälde „Kapuziner-Kloster bei Amalfi“ seine Taxe und ist dennoch nur eine von vielen Überraschungen.

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          Mit einem Erlös von einer halben Million Euro freut sich Ketterer Hamburg besonders über vereinzelte Steigerungen um das Sechs- oder Siebenfache der Schätzungen bei ihren diesjährigen Frühjahrsauktionen. Das glänzendste Ergebnis erzielte ein Gemäldepaar aus dem Umkreis des Memmingers Bernhard Strigel (1460 bis 1528): Es zeigt einen Ecce Homo mit einer Mater Dolorosa - haarfeine und vor Goldgrund wie entrückt wirkende Porträts von Mutter und Sohn, in Tempera auf Holz, aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das auf 8000 Euro geschätzte Paar, dessen einziges Manko der erneuerte Goldgrund ist, entzückte vor allem einen New Yorker Sammler, dem die Bildnisse 25.000 Euro wert waren. Das gleiche Ergebnis gilt für eine italienische Tuschfederzeichnung um 1450, die recto eine enggestaffelte Gruppe von Musikanten aufweist und verso eine Geißelung Christi. Das fünfzehn mal 22 Zentimeter messende Blatt wurde vom Londoner Handel am Telefon vom Schätzpreis bei 4000 Euro auf schließlich 25.000 Euro gehoben.

          Rundum gute Ergebnisse

          Als nicht weniger hartnäckig erwies sich ein Telefonbieter, der Wilhelm von Kobells licht aquarellierte Tuschfederzeichnung „Bayerische Bäuerin mit zwei Pferden und Hund in Voralpenlandschaft“, um 1795/1800, von 4000 auf 22.000 Euro steigerte. Weitere gute Ergebnisse im Bereich der Alten Meister erzielten neben der von Lucas von Leyden in sechs Blättern erzählten „Geschichte von Adam und Eva“, die sich ein Sammler aus Polen für 7000 Euro (Taxe 1800 Euro) sicherte. Auch „Drei phantastische Vogelwesen auf vertrocknetem Ast“, eine deutsche aquarellierte Federzeichnung um 1700, die zu Recht das Frontispiz des Katalogs zierte, verdoppelte die Schätzung bei 6500 Euro.

          Spannung bei den Neueren Meistern

          Bei den Neueren Meistern sorgte die Italiensehnsucht für heftige Bietgefechte und gute Ergebnisse. So ließ eine „Ansicht des Golfes von Neapel mit dem Vesuv“ mit dem ungewöhnlichen Format von 27,7 mal 151 Zentimetern nicht nur das Herz eines Londoner Sammlers höher schlagen, der die Taxe von 8000 Euro mit 21.000 Euro weit hinter sich ließ. Ebenso viel erlöste Oswald Achenbachs 1888 entstandene „Mondnacht auf Ischia“, die ein Sammler aus Norditalien am Telefon orderte.

          Während Franz Alts mit 4000 Euro bewertetes Aquarell „Venezianischer Platz“ einem österreichischen Sammler 15.000 Euro wert war, versiebenfachte Carl Morgensterns „Kapuziner-Kloster bei Amalfi“ seine Taxe auf 13.000 Euro, die der deutsche Handel gewährte. Für spannende Steigerungen sorgten bei den Neueren Meistern unter anderem auch Eugen Brachts „Dünenstrand auf Rügen“ - von 6500 auf 12.000 Euro - und Carl Graebs „Das ,Grab des Vergil' am Golf von Neapel“ - von 3500 auf 11.000 Euro.

          In der Abteilung Maritime Kunst bestach William Howard Yorkes „Barke ,Olive' aus Hamburg“, die für 7000 Euro in Norddeutschland blieb. Den aus dem Umkreis von Pieter Mulier d. J., genannt Tempesta, stammenden „Sturm an einer Felsenküste“ wertete ein italienischer Sammler auf, der die Schätzung bei 7000 Euro verdoppelte.

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