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Ergebnisse Karl & Faber : Kerker können teuer werden

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Die Ergebnisse der Frühjahrsauktionen mit Alten Meistern, Moderne und Zeitgenossen bei Karl & Faber in München - mit einem Gemälde aus dem Besitz der Gurlitts

          Karl & Fabers Moderne-Auktion landete gleich zu Beginn einen Treffer mit einer Leinwand voller Ölstudien, die Auguste Renoir 1893 von Köpfen und Figuren junger Mädchen fertigte. Dass das Bild einst dem großen, 1933 in die Schweiz emigrierten Frankfurter Sammler Robert von Hirsch gehörte, steigerte seine Attraktivität: Schweizer Handel bewilligte telefonisch 100 000 Euro (Taxe 100 000/150 000). Danach nahm die Auktion Anlauf zum Hauptlos: Nach Adolf Erbslöhs starkfarbigem „Gebirge“, das ein Paar im Saal für 73 000 Euro (70 000/90 000) bekam, ging Pechsteins durch viele Ausstellungen bekanntes „Stillleben mit Putto und Calla“ von 1919 bei 190 000 Euro (180 000/220 000) in eine süddeutsche Privatsammlung. So hatte man sich warmgelaufen, als Rupert Keim am Pult Campendonks „Mädchen mit Katze“ von 1918 aufrief – mit hieb- und stichfester wie wechselvoller Provenienz (F.A.Z. vom 27. Mai). Dem Jenaer Kunstverein als „entartet“ entzogen, von Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt eingetauscht und von seinem Sohn Cornelius veräußert, befand sich das Gemälde in den vergangenen zehn Jahren in der Kunsthalle Emden als Leihgabe. Der Zuschlag bei 780 000 Euro an einen deutschen Sammler bestätigte die Schätzung von 600 000 bis 800 000 Euro. Ohne Fortune waren Alfons Waldes „Bergbauernhof“ oder Kanoldts in grauer Stimmung dargebotenes „San Gimignano“. Zur teuersten Papierarbeit stieg Grosz’ sozialkritische Zeichnung eines fetten Fabrikanten auf: Die Vorstudie zur „Räubermappe“ überstieg ihre Obertaxe mit 110 000 Euro um mehr als das Dreifache. Ebenfalls 110 000 Euro (70 000/ 90 000) erzielte ein Blumen-Aquarell Noldes, einst im Besitz von Ludwig Erhard.

          Bei den 62 Losen der Kunst nach 1945 schoss Gerhard Richter wieder einmal den Vogel ab mit „Fuji“, einem von 110 Exemplaren einer Rakel-Suite mit Unikatcharakter, das die anvisierten 350 000 Euro erklomm; den Zuschlag bekam amerikanischer Handel. Gesprüht entfalten Pink- und Grüntöne auf Katharina Grosses fast drei Meter hoher Leinwand fließend und tropfend ein Farbspektakel, das ein Privatsammler mit 65 000 Euro (35 000/40 000) honorierte. Französischer Handel sicherte sich für erwartete 40 000 Euro Kounellis’ poetische Installation mit böhmischem Glas und Kaffeehäufchen. Von Vorteil für das Segment erwies sich die Auslagerung aller Arbeiten zu Taxen unter tausend Euro ins Internet.

          In der vorherigen Auktion für Kunst Alter Meister und des 19. Jahrhunderts blieb Wilhelm Leibls „Mädchen mit weißem Hut“ (F.A.Z. vom 13. Mai) bereits beim Vorbehaltszuschlag von 160 000 Euro (200 000/300 000) hängen. Spitzweg, wie eh und je als Genremaler gefragt, verbuchte für eine im nächtlichen Städtchen streifende „Scharwache“ taxgemäß 100 000 Euro von privat; seine malerisch viel freiere, aber menschenlose „Kapelle im Felsen“ fand ihren Käufer erst nach der Auktion für 40 000 Euro (50 000/60 000). Noch ein anderes Nachtbild kam gut an: „Einschiffung im Mondschein“, zugeschrieben dem Caspar-David-Friedrich-Schüler Johann Friedrich Boeck, brachte 17 000 Euro (12 000/ 15 000). Etwas unter Taxe blieb ein besinnliches, von Gabriel von Max porträtiertes Äffchen mit 28 000 Euro (30 000/40 000), desgleichen Hans Thomas „Schwarzwaldbach mit Wolken“ mit 22 000 Euro.

          Bei den Papierarbeiten des 19. Jahrhunderts kam die „Ruine Tiefburg bei Handschuhsheim“ – als eines der raren Aquarelle Carl Philipp Fohrs unter anderem vom Heidelberger Museum erfolglos begehrt – auf 36 000 Euro (20 000/25 000). Wilhelm Buschs erste Seite der lustigen Hundegeschichte „Plisch und Plum“ schaffte 7000 Euro (1500). Auch die Alten Meister taten sich mit Graphischem hervor: So verdoppelte eine Jacob Grimmer zugeschriebene Landschaftszeichnung mit dem Barmherzigen Samariter ihre Taxe auf 15 000 Euro, und für die verdreifachte Obertaxe von 30 000 Euro landete Jean Baptiste Pillements prächtige großformatige Pastellgrisaille einer felsigen Uferlandschaft mit Fischer und Schafhirten in einer süddeutschen Sammlung. Von zwölf Blättern Dürers gingen nur drei zurück, den höchsten Preis erzielte, wie erwartet, „Das babylonische Weib“ als exzellent erhaltener Holzschnitt mit 30 000 Euro (30 000/40 000). Vielen gilt die überarbeitete Fassung der „Carceri“ als Höhepunkt im Schaffen Piranesis: Bestätigt hat diese Einschätzung der Zuschlag bei 95 000 Euro (60 000/ 80 000) für die vollständige, in Maroquin gebundene Ausgabe.

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