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Württemberg-Auktion : Goldene Eier und andere Festtagsgaben

  • -Aktualisiert am

Passend zum Fest: Schale mit 26 Porzellan-Ostereiern aus dem 19. Jahrhundert, Zuschlag bei 19.000 Euro Bild: Neumeister/Christian Mitko

Bei „Adelsauktionen“ ist Erfolg programmiert: Die Versteigerung bei Neumeister mit Besitztümern des Hauses Württemberg in Schlesien war keine Ausnahme.

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          Nehmen wir die Ostereier: 26 Stück aus Porzellan, bunt und goldfarben bemalt, mit Löchern zum Aufhängen und über hundert Jahre alt. Geschätzt war das hübsche Gelege bei Neumeister auf 100 bis 140 Euro, aber weil es nicht nur zur richtigen Zeit im Jahr antrat, sondern in der Sonderauktion mit „Schätzen aus dem Hause Württemberg“, schnellte es auf exorbitante 19.000 Euro.

          Erfolg ist „Adelsauktionen“ so gut wie sicher, da können Taxen ruhig tief ansetzen – umso bombastischer erscheinen dann die Zuschläge. Voll der Saal und die Auftragsbücher, alle Telefone in Aktion und Onlinegebote aus dreißig Nationen: Das Auktionshaus konnte zufrieden sein mit dem Interesse an rund 600 Objekten aus dem Nachlass des 2020 verstorbenen Herzogs Ferdinand von Württemberg. Vieles war aus dessen oberschlesischem Schloss Carlsruhe gerettet worden, bevor es 1945 verbrannte.

          Auf Polnisch heißt der Ort Pokój; er liegt im Oppelner Schlesien, dessen Regionalmuseum sich neben einem vielteiligen Service mit Ansichten von Carlsruhe auch einige Gemälde mit Ortsbezug sichern konnte. Als weitere Institution erhielt der Wittelsbacher Ausgleichsfonds den Zuschlag für das vom älteren Johann Heinrich Tischbein gemalte Porträt der Herzogin Karoline von Pfalz-Zweibrücken, Prinzessin von Nassau-Saarbrücken, für 36.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 Euro), und das Musée des Beaux Arts in Orléans bekam nach heißem Kampf Ary Scheffers Bildnis der bildhauernden Marie Christine von Orléans, Herzogin von Württemberg in ihrem Atelier für 57.000 Euro (8000/9000).

          Unter den „Hidden Treasures“: Ary Scheffer, „Marie Christine von Orléans, Herzogin von Württemberg“, 1839, Öl auf Leinwand, 63,5 mal 41 Zentimeter, Zuschlag bei 57.000 Euro
          Unter den „Hidden Treasures“: Ary Scheffer, „Marie Christine von Orléans, Herzogin von Württemberg“, 1839, Öl auf Leinwand, 63,5 mal 41 Zentimeter, Zuschlag bei 57.000 Euro : Bild: NEUMEISTER/Christian Mitko

          Nach China reisen drei Becher aus Sèvres-Porzellan für 4000 statt 80 Euro und in den New Yorker Handel zwei Tafelaufsätze mit Jahreszeitenallegorien für 14.000 statt 2000 Euro. Die Hammerpreise für Breslauer Tafelsilber des 18. Jahrhunderts bestätigten meist die Taxen, während zwei vielteilige, um 1800 geschaffene Sets aus Flussglas in Bronzemontierungen mit 50.000 und 55.000 Euro von einem Telefonbieter weit über die Obertaxen von 5500 und 8000 Euro gehievt wurden.

          Übertraf die Taxe um ein Vielfaches: Räuchergefäß, Anfang 19. Jahrhundert, Alabaster mit vergoldeter Bronze, 40 Zentimeter hoch, wurde bei 118.000 Euro zugeschlagen.
          Übertraf die Taxe um ein Vielfaches: Räuchergefäß, Anfang 19. Jahrhundert, Alabaster mit vergoldeter Bronze, 40 Zentimeter hoch, wurde bei 118.000 Euro zugeschlagen. : Bild: NEUMEISTER/Christian Mitko

          Wie nicht anders zu erwarten, verdreifachte das ovale Arbeitstischchen aus David Roentgens Werkstatt seine obere Schätzung mit 88.000 Euro, bevor sein Bieter noch ein Mahagoni-Nachttischchen von Johannes Klinkerfuß mit kolorierten Stichen nach Angelika Kauffmann für 30­.000 Euro nahm (8000/9000). Auch eine Tischplatte mit Marmormosaik machte mit ihrem Ergebnis von 68.000 Euro Karriere (5000/6000), und eine signierte französische Kommode schaffte es trotz fehlender Platte auf 42.000 Euro (10.000/12.000). Mit dem höchsten Ergebnis der Veranstaltung überraschte jedoch ein Räuchergefäß, als der Hammer für das wohl in Frankreich im frühen 19. Jahrhundert aus Alabaster gefertigte Stück, das vergoldete Bronzereliefs dekorieren, erst bei 118.000 Euro fiel (2500/2800).

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