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New Yorker Abendauktionen : Fast wie in alten Zeiten

  • -Aktualisiert am

Der Hammer fiel bei 81 Millionen Dollar: „In this Case“ von Jean Michel Basquiat, 1983, Acryl und Ölkreide auf Leinwand bei Christie’s. Bild: Christie's / VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Bei den New Yorker Abendauktionen mit Moderne und Zeitgenossen sind Picasso, Basquiat und Monet heiß begehrt – und neun „CryptoPunks“ aus der Blockchain.

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          Über drei Abende und fünf Auktionen hinweg spielten Christie’s und Sotheby’s zusammen 1,29 Milliarden Dollar ein: Die prestigeträchtigen New Yorker Abendauktionen mit Moderne und Zeitgenossen schienen fast zu alter From zurückgekehrt. Vielfach konservative Schätzungen sorgten für Preise deutlich über den Taxen.

          Christie’s neu eingeführter „21st Century Evening Sale“ mit Kunst von den Achtzigerjahren an erzielte mit 37 von 39 Werken im Angebot 210,5 Millionen Dollar. Sechzehn Werken war mit Garantien der Verkauf im Voraus gesichert, die meisten durch eine dritte Partei finanziert. Sammler aus Nordamerika sicherten sich 57 Prozent der Offerte, 24 Prozent gingen in den asiatisch-pazifischen Raum. Der Umsatz vom „20th Century Evening Sale“ bei Christie’s zwei Tage später belief sich auf 481,1 Millionen Dollar, von fünfzig Losen wurden 49 vermittelt.

          Fulminanter Auftakt

          Der Abend bei Sotheby’s mit drei aufeinanderfolgenden Auktionen geriet zu einem fünfstündigen Marathon, der eine Verkaufsrate von 93 Prozent lieferte. Die Zeitgenossen-Auktion spielte 218,3 Millionen Dollar ein. Von 32 Losen im Angebot waren neun mit Garantien abgesichert, und alle Lose wurden verkauft; allerdings waren zwei hochpreisige Werke kurz vor der Auktion zurückgezogen worden. Der separat vermittelte Nachlass der texanischen Sammlerin Anne Windfohr Marion erzielte mit vierzehn von achtzehn angebotenen Werken 157,2 Millionen. Beim „Impressionist and Modern Art Evening Sale“ brachten 31 Lose von 33 im Angebot 221,3 Millionen Dollar. Hier waren vierzehn Werke garantiert, zwölf davon extern finanziert. Die drei Sotheby’s-Abendauktionen spielten zusammen 597 Millionen ein: 64 Prozent mehr als der entsprechende Termin mit Moderne und Zeitgenossen im Juni 2020. Elf Rekorde wurden aufgestellt und achtzehn Werke für mehr als zehn Millionen Dollar (inklusive Aufgeld) verkauft.

          Das zweitteuerste Werk bei Christie’s: NFT-Paket aus neun „CryptoPunks“ von Larva Labs, 2017, bei 14,5 Millionen Dollar zugeschlagen.
          Das zweitteuerste Werk bei Christie’s: NFT-Paket aus neun „CryptoPunks“ von Larva Labs, 2017, bei 14,5 Millionen Dollar zugeschlagen. : Bild: Christie’s

          Der „21st Century Evening Sale“ bei Christie’s gab den fulminanten Auftakt. Um Basquiats niedrig taxierten Totenkopf auf rotem Grund, „In This Case“ von 1983, für den mehr als fünfzig Millionen Dollar erwartet wurden, rangen wenigstens sechs Interessenten aus Asien und den Vereinigten Staaten. Der Hammer fiel bei 81 Millionen Dollar, dem zweithöchsten Auktionszuschlag für den Künstler jemals. „In This Case“ kam zuletzt 2002 bei Sotheby’s zum Aufruf und erzielte damals 999 500 Dollar mit Aufgeld. Teuerster Basquiat bleibt ein weiterer Schädel, den der japanische Milliardär Yusaku Maezawa 2017 bei Sotheby’s für 110,5 Millionen Dollar ersteigerte.

          Das zweitteuerste Werk der Auktion bei Christie’s war ein Paket von neun „CryptoPunks“, die ersten NFTs (non-fungible tokens) in einer Abendauktion. Die 2017 von Larva Labs produzierten Pixelporträts konnten ihre untere Taxe mit einem Zuschlag von 14,5 Millionen Dollar (7/9 Millionen) verdoppeln. Martin Kippenbergers „Martin, ab in die Ecke und schäm dich“ stellte mit acht Millionen (10/15 Millionen) einen Rekordpreis für eine Skulptur des Künstlers auf. Rekorde gab es auch für die afroamerikanischen Künstlerinnen Nina Chanel Abney und Jordan Casteel sowie für Lynette Yiadom-Boakye.

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