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Ergebnisse bei Van Ham : Quadrat mit verwanderten Ecken

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Alte und neue Kunst bei Van Ham in Köln erfüllt die Erwartungen

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          Wie schon im Frühjahr setzte sich die Barockmalerin Michaelina Wautier in der Auktion mit Alten Meistern bei Van Ham in Köln an die Spitze: Ihre kleine Holztafel eines „Knaben mit Tabak“ rangiert mit dem Zuschlag bei 90.000 Euro am unteren Ende der Taxe (bis 120.000 Euro). Es folgt Salomon van Ruysdaels „Große Flusslandschaft“ mit 50.000 Euro (60.000/70.000). Britischer Handel nahm die um 1405 entstandene florentinische Temperamalerei des Scolaio di San Giovanni mit den heiligen Franziskus und Julianus und zwei Engeln, die die „Madonna mit Kind“ verehren, zur unteren Taxe von 40000 Euro. Eine „Fränkische Landschaft“ von Carl Spitzweg geht nach China für 33.000 Euro (12.000/15.000); sein Gemälde „Rast“ mit einem auffälligen roten Reisewagen vor dem Wirtshaus stieg auf 45.000 Euro (bis 12.000).

          Bei der Klassischen Moderne sprang der überlebensgroße bronzene „Junge Streiter“ von Georg Kolbe aus dem Jahr 1935, einer von drei Güssen, auf 175.000 Euro (80.000/120.000). Das mit 250.000 bis 350.000 Euro höchsttaxierte Los der Auktion, Lovis Corinths üppige „Rosen“ von 1910, fand keinen Abnehmer. Die aus dem Nachlass des Unternehmers Heinz Kettler eingelieferte Bronze einer weiblichen „Jugend“ von Fritz Klimsch, entstanden um 1940/41, ging für 50.000 Euro (35.000/55.000) weg. Um 1908 malte Hans Purrmann das „Blumenstillleben im Atelier des Künstlers“, da hatte er bereits sein Studium bei Franz von Stuck beendet und war nach Paris übergesiedelt. Die Dynamik und Vitalität des Bildes waren einem süddeutschen Sammler 80.000 Euro (40.000/60.000) wert.

          Bei der Kunst nach 1945 wurden einige internationale Auktionsrekorde aufgestellt. Heinz Macks Objektkasten „Kleiner Urwald“ von 1966 ließ die obere Taxe von 20.0000 Euro weit hinter sich bei 80.0000 Euro – der höchste Zuschlag für ein Werk Macks jemals. Mit Aufgeld investiert der Käufer gut eine Million Euro. Rekorde gab es auch für Max Bill und Fritz Winter: Bills konstruktivistisches Großformat „Weisses Quadrat mit verwanderten Ecken“ von 1962/78 erzielte 190.000 Euro (60.000/ 80.000); Winters „Komposition Rot-Gelb“ von 1957 kam auf 22.0000 Euro (70.000/ 10.0000). Rupprecht Geigers pulsierende Ellipse „382/63 (Rotes Rund)“ von 1963 wurde auf 135000 Euro (50.000/70.000) angehoben. Imi Knoebels 1988 geschaffenes abstrakt-skulpturales Porträt seiner Tochter „Olga Lina“ erforderte 110.000 Euro (30.000/50.000). Für sechs Druckgraphiken aus Roy Lichtensteins „Bull Profile Series“ von 1973 fiel der Hammer erst bei 115000 Euro (60.000/80.000).

          Bei den Zeitgenossen konnte Peter Halleys monumentaler „Essentialism“ von 1998 105.000 Euro (40.000/60.000) erzielen. Stephan Balkenhols Wawaholz-Skulptur „Ohne Titel (Mann und Fisch)“ erreichte die Obertaxe von 60.000 Euro. Mit einem Umsatz von 6,8 Millionen Euro konnten die anvisierten 5,5 Millionen Euro für Moderne und Zeitgenossen übertroffen werden. Die Alte Kunst brachte 1,7 Millionen Euro, gegenüber der Erwartung von 1,5 Millionen.

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