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Ergebnisse bei Van Ham : Lasst Flowers sprechen

  • -Aktualisiert am

Die großen Sommerauktionen bei Van Ham in Köln punkten mit Überraschungen bei Alter Kunst, Neuer Kunst und Zeitgenossen. Ein Blick auf die Ergebnisse.

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          Für eine Überraschung sorgte bei Van Hams „Fine Art“-Auktion, die im Juni in Köln während der „Classic Week“ stattfand, Lionello Spadas Ölgemälde „Samson und Delilah“: Die 152 mal 193 Zentimeter große Szene ging mit einer Schätzung von 50.000 bis 80.000 Euro als Spitzenlos an den Start: Ein italienischer Sammler konnte das Gemälde, das erst kürzlich dem Bologneser Künstler zugeschrieben wurde, aber erst für 210.000 Euro an sich bringen. Ebenfalls eine deutliche Steigerung erreichten Jacob Ochtervelts „Briefleserin“, die für 125.000 Euro (Taxe 20.000/25.000) zugeschlagen wurde, und Hermann Herzogs „Waldlandschaft in Florida“, die ihre Untertaxe mit einem Zuschlag bei 50.000 Euro verzehnfachte (5000/8000). „Maria Magdalena in Ekstase“, ein Lieblingsthema von Artemisia Gentileschi, malte die Barockkünstlerin, assistiert von ihrem Mitarbeiter Onofrio Palumbo, um 1645/50; die Büßerin reüssierte zur oberen Schätzung von 40.000 Euro (30.000/40.000). Artemisias Zeitgenossin Sofonisba Anguissola lieferte eine kleine marktfrische Holztafel mit einem eleganten Knabenporträt, das seine Obertaxe von 45.000 Euro (35.000/45.000) einspielte. Ein feines Stillleben mit Früchten und Nüssen von Emilie Preyer wechselte erst bei 40.000 Euro (20.000/25.000) in eine belgische Sammlung. Carl Spitzwegs liebliche Genremalerei „Der Wäscheplatz vor der Kleinstadt“ von 1879 blieb bei 50.000 Euro (50.000/70.000); Friedrich Kallmorgens niedliche Kindergruppe, die am Hochufer der Elbe bei Lauenburg spielt, kam nur auf 25.000 Euro (30.000/40.000). Der Umsatz der „Fine Art“-Auktion mit 282 Losen lag bei 2,1 Millionen Euro, gegenüber einer Erwartung von 820.000 Euro.

          Bei der folgenden „Modern Week“ machte die Moderne Kunst den Auftakt: Paula Modersohn-Beckers „Weidender Schimmel im Mondlicht“ von 1901 blieb mit 220.000 Euro zwar knapp unter der Schätzung von 250.000 bis 350.000 Euro, wurde aber dennoch zum teuersten Los unter den 85 Angeboten. Auch Max Liebermanns „Junge mit Pferd am Strand“ und Lovis Corinths „Odaliske“ von 1920, ein Bildnis seiner Ehefrau Charlotte Berend-Corinth, blieben mit je 180 000 Euro (je 200.000/300.000) unter ihren Erwartungen. Alexej Jawlenskys frühes Stillleben in leuchtenden Farben von 1907 wurde deutlich über die Taxe auf 180.000 Euro (100.000/120.000) gehoben und geht in eine süddeutsche Privatsammlung. Das 48 mal 33 Zentimeter große, überwiegend rosafarbene Aquarell mit dem humorvollen Titel „Das Kleine Blau“ von Wassily Kandinsky aus dem Jahr 1924 war einem Berliner Sammler 160.000 Euro (80.000/120.000) wert. Ebenfalls nach Berlin geht die „Tänzerin“ von Renée Sintenis: Der Hammer für die nur neunzehn Zentimeter hohe Bronze von 1913, bei der es sich vermutlich um die früheste erhaltene Arbeit der Künstlerin handelt, fiel erst bei 43.000 Euro (10.000/15.000), fast das Dreifache der Obertaxe.

          Unter den 278 Losen mit zeitgenössischer Kunst blieb Günther Ueckers marktfrische „Lichtscheibe für Lutz Dresen“, die er eigens für den bekannten Düsseldorfer Sammler und engen Freund 1994 anfertigte, das Toplos mit 250.000 Euro (200.000/300.000). Ein dreiteiliges Bleibild in Weiß, Türkis und Braun von Günther Förg aus dem Jahr 1986 geht für 150.000 Euro (80.000/120.000) nach Frankreich. Roy Lichtensteins große Farbserigrafie „Sweet ­Dreams, Baby!“ kam auf 85.000 Euro (Auflage 200; 80.000/120.000), während es Adrian Ghenies kleines, 2002 entstandenes Gemälde eines Engels in Altmeister-Manier auf 60.000 Euro (50.000/70.000) brachte. Die durchsichtigen Wassertropfen, Markenzeichen und zugleich Motiv auf dem 1973 entstandenen Gemälde von Tschang-Yeul Kim, verdoppelten ihre obere Schätzung mit 120.000 Euro (40.000/60.000).

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