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Ergebnisse bei Bassenge : Schnabelpaar und Vogelfänger

Gottfried von Wedig, Stillleben mit gerösteten Maronen, Um 1630-1640, 30,5 mal 32,5 Zentimeter, Zuschlag: 270.000 Euro (Taxe 60.000). Bild: Bassenge

Ein neues „Mahlzeitenbild“ für das Frankfurter Städel: Das Museum ersteigert ein Stillleben von Gottfried von Wedig bei Bassenge. Die Ergebnisse der Auktion.

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          Gottfried von Wedigs „Stillleben mit gerösteten Maronen“ erzielte mit 270.000 Euro (Taxe 60.000) den Spitzenpreis der Auktion mit Alter und Moderner Kunst bei Bassenge in Berlin. Erworben hat das um 1630 entstandene Bild, das zuletzt in einer Bremer Privatsammlung war, das Städel Museum in Frankfurt, gegen in- und ausländische Konkurrenz: Das Ensemble von Esskastanien, Brot und Butter, brennender Kerze, Krug und Becher, das der 1583 in Köln geborene Künstler in Anlehnung an den etwas älteren Georg Flegel auf Holzgrund malte, fügt sich hervorragend in die Frankfurter Kollektion barocker „Mahlzeitenbilder“ ein.

          Camilla Blechen
          Freie Autorin im Feuilleton.

          Bei der Altmeister-Graphik ließen sich Dürers Holzschnitte und Kupferstiche mühelos absetzen, die „Melencolia II“ bei 80.000, das „Meerwunder“ bei 46.000 Euro. In der Sektion mit Handzeichnungen war auch Animalisches gefragt: ein „Schnabelpaar“ von Max Ernst, das von 10.000 auf 16.000 Euro kletterte, und ein im späten 16. Jahrhundert von einem (wohl flämischen) Anonymus meisterhaft aquarellierter „Silberreiher“, der von 3500 auf 11.000 Euro flatterte, gegen Gebote des internationalen Handels eingefangen von einem amerikanischen Sammler. Ein Giuseppe Arcimboldo zugeschriebener „Vogelfänger“ aus geschickt kombinierten Federvieh-Kadavern war einem Berliner Privatier die Ausgabe von 42.000 Euro wert. Die literarisch verankerte Illustration eines „Dinners der Atheisten“ von Félicien Rops, die seinerzeit skandalträchtiges Aufsehen erregte, stieg auf 70.000 Euro (50.000). Für ebenfalls 70.000 Euro abgegeben wurde Edvard Munchs gespenstischer Farbholzschnitt „Mondschein II“.

          Otto Dix’ bestürzender Nahblick auf den Lockenkopf seiner Frau Martha erforderte 38.000 Euro (20.000) und bleibt in Berlin. Emil Orliks radiertes Porträt Albert Einsteins wandert zum erstaunlichen Preis von 10.000 Euro (1500) in die Vereinigten Staaten. Rückgänge erlitten die von Benjamin Katz zwischen 1980 und 1992 zusammengetragenen Schecks mit ironischen Notaten von mehr als vierzig Künstlern, die Bleistiftzeichnung „Büsche“ von Georg Baselitz und Ernst Ludwig Kirchners Holzschnitt „Frau, Schuh zuknöpfend“ von 1912.

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